Pressemitteilung vom 08.11.2026 
Andrew B. Denison analysiert US-Zwischenwahlen in Neuwied
Der Politikwissenschaftler Dr. Andrew B. Denison war am Samstag (7. November 2026) zu Gast bei Pulse of Europe Neuwied. Trotz winterlicher Kälte nahmen viele Interessierte an der Veranstaltung zu den Ergebnissen der Zwischenwahlen in den USA teil.
Neuwied. Die Entscheidung zu den Zwischenwahlen in den USA hatte wohl so manche Zweifler überrascht. Und so setzte Dr. Denison gleich zu Beginn hinter "Wind of change", dem Thema der Veranstaltung, ein Ausrufezeichen: "Vieles wird jetzt einfacher in den Beziehungen zwischen den USA und Europa", so der erste Satz seiner Analyse. Fachkundige Einschätzungen, einfühlsame Wahrnehmungen von Land und Leuten und illustrierte Schilderungen aus seiner amerikanischen Heimat in Wyoming und Colorado folgten und machten den Vortrag zu einem Highlight für die Teilnehmer.
Bei den Menschen in den USA seien Erleichterung und Freude über den Wahlsieg der Demokraten groß, so Denison. Ein Eindruck, der mit Applaus bestätigt wurde. Gründe für den hohen Wahlsieg der Demokraten und den Absturz der Republikaner sah Denison nicht nur in gestiegenen Lebenshaltungskosten, sondern auch in nicht erfüllten Versprechen, wie der Beendigung des Irankrieges mit extremen Kosten. Nicht nur eine überzogene, gewaltsame Vorgehensweise in der Migrationspolitik und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft hätten in den vergangenen zwei Jahren das Bild eines unberechenbaren Präsidenten wachsen lassen, der insbesondere an seiner eigenen Person interessiert sei. Das sei unamerikanisch, so Denison. Er gehe davon aus, dass sich die Republikaner in der Mehrheit von Trump abwenden werden.
Untersuchungen zu Fehlverhalten und Gesetzesbrüchen der Trump-Administration seien "tiefhängende Früchte" für die Demokraten, die sie mit ihren Mehrheiten jetzt nutzen würden. Es komme sehr darauf an, dass Politikerpersönlichkeiten präsentiert würden, die integrative Fähigkeiten, Erfahrungen in der Exekutive und einen besonderen Blick für die Menschen auf dem Land vorweisen könnten.
Europas Rolle
Für Europa bedeute die Entwicklung jedoch keineswegs eine Rückkehr zu transatlantischer Harmonie, sondern die klare Pflicht zur Autonomie. Man habe in den letzten Jahrzehnten zu wenig getan, zu wenig investiert, sei zu uneins gewesen. Europa habe im Vergleich zu den USA enormen wirtschaftlichen und technologischen Nachholbedarf, auch in der Verteidigungsfähigkeit und in der Entwicklung von Cyber-Technologien und deren Nutzung in allen Lebensbereichen. In allen diesen Punkten bestünden Abhängigkeiten von den USA.
Die Teilnehmer dankten Dr. Denison und lobten seine Expertise und die Verwurzelung seiner Analyse mit den Menschen in den USA. Mit einem Bildband über den Naturforscher Prinz Maximilian zu Wied, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts Nord- und Südamerika bereiste, bedankte und verabschiedete Pulse of Europe Neuwied den Gast. (PM)
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