Pressemitteilung vom 07.11.2026 
Nicole nörgelt ... über GenZ regelt (oder auch nicht)
Von Nicole
KOLUMNE | Die GenZ, wie sie sich selbst bezeichnet, wollte regeln. Also de facto auf die Straße gehen – gegen hohe Lebenshaltungskosten (die in den meisten Fällen ja wohl von den Eltern getragen werden, die seit Jahrzehnten den ganzen Tag arbeiten), gegen die Bildungspolitik (eigenständig lernen und sich etwas erarbeiten ist ja nicht hip) und für Klimaschutz (ausgerechnet die, für die Nachhaltigkeit ein Fremdwort ist).
KOLUMNE! Das hat ja ganz ausgezeichnet geklappt oder wohl eher nicht. Denn was steht am Ende der Proteste? Ein riesiger Sachschaden, ein verletzter Polizist und immens hohe Kosten für zusätzliche Polizeieinsätze am Wochenende. Dieses ganze Geld, was jetzt für die Reparatur der zerstörten Geschäfte und für weiteren Schadensersatz aufgewendet werden muss, hätte vielleicht schon einmal die ein oder andere Lücke im Bildungssystem stopfen können.
Für mehr Bildung
Durchaus eine sinnvolle Forderung, aber woran krankt denn unser Bildungssystem? Vielleicht daran, dass Lehrkräften beim Vergeben einer schlechten Note oder dem Vorenthalten einer Empfehlung sofort mit dem Anwalt gedroht wird, weil Malte-Kevin-Gandalf und Torben-Iltis-Rübenkopf natürlich nicht unaufmerksam und faul sind. Nein, sie sind alle hochbegabt und unterfordert. Und wer die Zulassung zum Studium nicht schafft, der erklärt sich eben dann wegen vermeintlicher Diskriminierung, weil er sich zum Zeitpunkt der Aufnahmeprüfung leider gerade als Fuchs identifiziert hat und sein Können deswegen nicht abrufen konnte. Wie wäre es denn mal, statt ChatGPT wieder den eigenen Kopf einzusetzen und sich Wissen zu erarbeiten, bevor man nach immer weiteren technischen Hilfsmitteln schreit? Oder noch wilder: Man fängt mit Anstand, Benehmen und gepflegten Umgangsformen an? Das hat andere Generationen in ihrem Leben durchaus weitergebracht.
Gegen die Wehrpflicht
Nur um mal eins klarzustellen: Die Wehrpflicht in Deutschland wurde nie abgeschafft, also wird sie nicht neu eingeführt, sondern lediglich wieder reaktiviert. Hier zeigt sich, wer im Unterricht aufgepasst hat. Und wer eben absolut nicht zur Bundeswehr will, muss ja auch nicht. Es gibt jede Menge Möglichkeiten für den Ersatzdienst, und der kommt dann auch der Gesellschaft zugute. Statt also nach dem Schulabschluss erstmal ein Chill-out-Jahr zu nehmen, das selbstverständlich von der verpönten und beschimpften Elterngeneration durch ihre Arbeit finanziert wird, könnte man einfach selbst etwas machen. Gut, Arbeit ist halt nicht immer bequem und schränkt die Freizeitgestaltung ein, aber auch da mussten schon jede Menge Generationen vorher durch. Und wenn ihr sagt, dass ihr nicht einseht, diesen Staat zu verteidigen (und damit auch die Häuser, die ihr von euren Eltern erben wollt), dann seid wenigstens so konsequent und nehmt die sozialen Systeme dieses Staates auch nicht in Anspruch. Wenn es hier so schlimm ist, steht es euch frei auszuwandern – vorausgesetzt, ihr findet ein Land, das euch ohne Berufsabschluss und -erfahrung, ohne Job und ohne eigene Versicherung aufnimmt. Viel Erfolg bei der Suche!
Für Klimaschutz
Guter Vorsatz, absolut wichtig. Aber statt Demonstrationen zu organisieren oder durch irgendwelche wilden Proteste noch mehr Emissionen zu verursachen, könnte diese Generation mal bei sich selbst anfangen, vor der eigenen Haustür kehren und auf den eigenen ökologischen Fußabdruck achten. Man muss nicht jeden Meter fahren oder gefahren werden, zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren ist viel umweltfreundlicher und auch billiger. Man kann seinen Dreck auch selbst wegräumen statt ihn in die Umwelt zu werfen. Kleidung muss nicht mehrmals im Jahr ausgetauscht werden, nur weil sie nicht mehr dem neuesten Trend entspricht, denn für „Made in China“ und „Made in Übersee“ werden wertvolle Rohstoffe verbraucht, und durch den Transport (jedes einzelne Teil muss ja per Express einzeln geschickt werden) entstehen jede Menge Emissionen. Wie war das? Wasser predigen und Wein trinken.
Stellenanzeigen | WesterwaldJobs
⇒ Mehr Westerwald Jobs entdecken | ⇒ Stellenanzeige schalten
Wer profitiert jetzt eigentlich vom ganzen Zauber vom letzten Wochenende? Bestimmt nicht die Umwelt. Und bestimmt auch nicht die Ladenbesitzer, die ihre Lebenswerke wieder aufbauen müssen. Höchstens der Glaser, der jetzt viele Aufträge bekommt. Und auch die ganzen Polizisten, die statt am Wochenende bei ihren Familien zu sein Überstunden machen mussten und zum Teil noch verletzt wurden, profitieren wohl eher nicht. Liebe GenZ, da habt ihr ja echt super geregelt. Wenn ihr es ernst meint und euch wirklich einbringen wollt, dann habt jetzt zum ersten Mal in eurem Leben den Hintern in der Hose, um für eure Taten einzustehen. Statt Chill-out, Shoppen und Daddeln wäre jetzt mal Aufräumen und Helfen angesagt.
Trotz allem gibt es sie auch in dieser Generation – die Ausnahmen: die höflichen, fleißigen und zuverlässigen jungen Leute, die nicht nur auf sich selbst und ihre Bedürfnisse schauen, sondern auch ein wenig nach links und rechts. Die, die sich wirklich mit guten Vorschlägen und als Vorbilder in die Gesellschaft einbringen. Doch leider werden genau diese von den verwöhnten Motzköpfen, die nur an sich und ihren Vorteil denken, in Verruf gebracht.
In diesem Sinne, liebe GenZ, bevor ihr immer weiter fordert, leistet selbst mal etwas für die Gesellschaft, bringt euch ein und vor allem lebt eure eigenen Forderungen, wie die nach mehr Klimaschutz, vor. Zum Beispiel damit, dass ihr nicht jeden Modetrend mitmacht, sondern eure Kleidung auftragt und es auch nicht jedes Jahr das neue Smartphone sein muss, denn auch dafür werden kostbare Rohstoffe verbraucht.
Ihre Nicole
Definition einer Kolumne
Als Kolumne wird ein kurzer journalistischer Text bezeichnet, in dem sich der Autor satirisch mit aktuellen Nachrichten auseinandersetzt. Die Themen einer Kolumne können sowohl gesellschaftlich wichtig als auch witzig oder kurios sein.
Mehr dazu:
Nicole nörgelt
Lokales: Puderbach & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

















