Pressemitteilung vom 06.11.2026 
Jugendschutz und Kinderrechte im Karneval im Mittelpunkt: Infoabend in Neuwied
Über 50 Verantwortliche aus 23 Karnevalsvereinen haben sich bei einem Info-Abend im Jugendzentrum Big House mit Jugendschutz und Kinderrechten beschäftigt. Kreis und Stadt Neuwied gaben dabei praktische Hinweise für die Vereinsarbeit und kündigten ein weiteres Treffen im kommenden Frühjahr an.
Neuwied. Karneval soll ein unbeschwertes Erlebnis sein - gerade für Kinder und Jugendliche. Damit das gelingt, tragen Vereine eine besondere Verantwortung. Wie sie dieser Aufgabe im Vereinsalltag und bei Veranstaltungen gerecht werden, stand im Mittelpunkt einer gemeinsamen Informationsveranstaltung von Kreis und Stadt Neuwied, zu der über 50 Vertreter aus 23 Karnevalsvereinen ins Jugendzentrum Big House gekommen waren. Neben rechtlichen Fragen des Jugendschutzes ging es darum, wie Kinderrechte gewahrt und gestärkt werden können.
In ihrer Begrüßung würdigten Landrat Achim Hallerbach und Bürgermeister Peter Jung das Engagement der Karnevalsvereine, die mit ihrer Kinder- und Jugendarbeit einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander und zur Brauchtumspflege leisten würden. Gleichzeitig gelte es, jungen Menschen ein sicheres Umfeld zu bieten. "Menschenmengen, Alkohol und ausgelassene Stimmung können gerade für junge Karnevalisten Risiken bergen. Deshalb ist es wichtig, dass die Vereine die Jugendschutzbestimmungen kennen und wissen, wie sie bei Grenzüberschreitungen handeln können. Parallel ist es notwendig, präventiv zu arbeiten, so dass es insgesamt weniger zu Überschreitungen kommt. Genau dafür wollen wir praktische Hilfestellungen geben", machte Landrat Achim Hallerbach deutlich. "Karneval steht für Lebensfreude, Zusammenhalt und Tradition. Dazu gehört auch, dass sich Kinder und Jugendliche sicher, respektiert und gut aufgehoben fühlen", betonte ergänzend Bürgermeister Peter Jung.
Sicheres Umfeld für Kinder und Jugendliche schaffen
Wie gut kennen die Vereinsverantwortlichen die gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendschutz? Mit einem Quiz eröffneten Sina Muscheid und Simone Höhner von der Kreisjugendpflege ihren Vortrag. Dabei zeigte sich, dass bereits viel Wissen vorhanden ist, einzelne Fragen in der Praxis aber noch für Unsicherheit sorgen. Rege diskutiert wurden der "Muttizettel", Alterskontrollen am Einlass, Kontrollgänge und die Dokumentation solcher Maßnahmen. Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes steuerten wertvolle Hinweise aus der Praxis bei.
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Dass Kinderschutz weit über gesetzliche Verordnungen hinausgeht, verdeutlichte Tanja Buchmann vom städtischen Kinder- und Jugendbüro. Sie zeigte auf, wie Schutzkonzepte helfen, Gefahren frühzeitig zu erkennen, Grenzverletzungen vorzubeugen und im Ernstfall angemessen zu reagieren. Anhand konkreter Beispiele, etwa zum Schutz der Privatsphäre in Umkleidesituationen, erläuterte sie mögliche Maßnahmen für den Vereinsalltag. Auch das erweiterte Führungszeugnis für ehrenamtlich Tätige war Thema.
Kinder und Jugendliche mit einbeziehen
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Beteiligung junger Karnevalisten. Wer seine Rechte kennt und im Verein mitbestimmen darf, kann eigene Bedürfnisse und Grenzen besser ausdrücken - von der gemeinsamen Kostümwahl bis zur Bildung eines Kinderrats.
Wie das gelingen kann, zeigten Bianca Hoßbach und Gabriel Stöcker von der Kinder- und Jugendförderung der Stadt Hennef. Sie präsentierten das dort entwickelte Präventionsprojekt "Kinderrechte im Karneval", das Mädchen und Jungen aus verschiedenen Vereinen aktiv einbindet. Die Kinder erhalten die Gelegenheit, ihre eigenen Erfahrungen, Wünsche und auch Kritik einzubringen. So können die Verantwortlichen besser erkennen, was junge Mitglieder brauchen, um sich wohlzufühlen.
Die Veranstaltung verstand sich als gemeinsamer Austausch auf Augenhöhe. Vereine und Verwaltungen wollen auch künftig voneinander lernen, Erfahrungen bündeln und gemeinsam dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche sicher, geschützt und respektvoll am Karneval teilnehmen können. Stadt und Kreis Neuwied planen für kommendes Frühjahr ein weiteres Treffen. Ziel ist es, ein Beteiligungsprojekt für Kinder und Jugendliche in der Region zu entwickeln. Die Jugendämter stehen den karnevalstreibenden Gruppen auch darüber hinaus beratend zur Seite. (PM/Red)
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