Pressemitteilung vom 03.11.2026 
Wie Menschen Spuren hinterlassen: Vernissage der Ausstellung "Linzer Schnitte" von Tina van de Weyer
Am Samstag (31. Oktober 2026) fand im Kunstverein Linz am Rhein die Vernissage zur Ausstellung "Linzer Schnitte" von Tina van de Weyer statt. Die Künstlerin präsentiert neue und frühere Werke, die das Verhältnis von Mensch und Umwelt thematisieren.
Linz am Rhein. Am vergangenen Samstag (31. Oktober 2026) versammelte sich Kunstinteressierte in Markt9 in Linz am Rhein anlässlich der Vernissage der Ausstellung "Linzer Schnitte" von Tina van de Weyer. Sie betraten einen Raum im Zwielicht. Vor dem offiziellen Beginn war die Raumbeleuchtung noch nicht eingeschaltet worden, damit die Besucher in der früh einsetzenden Dämmerung einige der beleuchteten Kunstwerke in der gebührenden Stimmung wahrnehmen konnten.
Norbert Boden, der Vorsitzende des Kunstvereins Linz am Rhein, begrüßte die Anwesenden und die Künstlerin. Ebenso hieß er die Kunsthistorikerin und Kuratorin Alina Kehl vom Kunstmuseum Bonn willkommen. Er übergab ihr das Wort für die Einführung. Kehl führte im Folgenden aus, wie van de Weyer die Ausstellung konzipiert und kuratiert hat. So habe die Künstlerin eigens für diese Ausstellung neue Arbeiten entwickelt, aber auch einige frühere Werke mitgebracht. Im Mittelpunkt stehe bei allem das Verhältnis von Mensch und Umwelt. Die Arbeiten fragten danach, wie Menschen die Landschaft verändern, welche Spuren sie hinterlassen und wie Naturmaterialien in der Stadt wieder auftauchen.
Die namengebende Serie "Linzer Schnitte" sei aus der Auseinandersetzung mit Linz und seiner Umgebung entstanden. Fotografien von Gesteinswänden, geologischen Strukturen und dem Stadtraum zeigten Spuren des Basaltabbaus und der Verwendung der gewonnenen Materialien. Daraus habe van de Weyer reliefartige Fotocollagen entwickelt, in denen auch Hände und Ausschnitte von Figuren des Linzer Ratsbrunnens erscheinen. Die Hände verwiesen dabei sowohl auf die manuelle Herstellung der Collagen als auch auf den menschlichen Eingriff in die Natur.
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Ein wiederkehrendes Motiv der Ausstellung sei die Höhle, die zugleich Naturraum, Schutzort und frühe Stätte menschlicher Kultur sei. Das Video "Winding Void" führe durch enge unterirdische Gänge und spiele mit der Faszination des Unbekannten ebenso wie mit der Vorstellung, sich in der Tiefe zu verlieren. Weitere Arbeiten untersuchten die Grenze zwischen natürlicher Form und künstlicher Inszenierung. Die Serie "Mondmilch" zum Beispiel mache Strukturen in Höhlen durch Licht und Farbe sichtbar.
Kehl ging in ihrem Vortrag außerdem auf den Umgang der Künstlerin mit Fotografie ein. Sie verändere und verfremde Aufnahmen und überführe sie in Collagen, Videos und räumliche Objekte. Dazu gehörten Erde auf einer Bildoberfläche und Fotografien von Steinen, die als leuchtende Kissen umgesetzt seien. Leuchtkästen in den Fenstern zeigten verfremdete Gesteinsformen vor holografischer Folie und setzten sie im Stadtraum in Szene.
Die Ausstellung kann bis zum Sonntag, 22. November, zu den folgenden Öffnungszeiten besucht werden: freitags zwischen 16 und 18 Uhr und samstags und sonntags zwischen 14 und 18 Uhr. Am Sonntag, 22. November, findet um 15 Uhr im Rahmen der Finissage ein "Artist Talk" statt. (PM/Red)
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