Schafmarkt in Mayen: Die Wahl zur "Miss" und "Mister" 2026
Beim traditionellen Schafmarkt auf dem Lukasmarkt in Mayen wurden die schönsten Schafe gekürt. Rund 70 Tiere aus 16 Rassen traten an, um die begehrten Titel zu gewinnen.
Mayen. Wer ist das schönste Schaf in Mayen? Diese Frage wurde beim traditionellen Schafmarkt auf dem Lukasmarkt beantwortet. Der Titel "Miss Mayen 2026" ging an ein namenloses Schaf des Züchters Klaus Engels aus dem Kreis Mayen-Koblenz. Das weibliche Schaf der Rasse Coburger Fuchsschaf überzeugte unter anderem mit seinem schönen Fell, dem sogenannten goldenen Vlies. "Mister Mayen 2026" wurde der Blaue Texelbock Vincent von Züchter Wolfgang Adam aus Herxheim in der Pfalz. "Es ist eine besondere Ehre für die Züchter, eine Miss oder einen Mister zu stellen", erklärte Heinrich Schulte, der Zuchtleiter des Landesverbands der Schafhalter/Ziegenhalter und Züchter Rheinland-Pfalz. "Die Zuchtstätten erfahren dadurch eine hohe Anerkennung."
Bei der traditionellen Herdbuchschau wurden die Tiere zunächst innerhalb ihrer Rasse und nach Geschlecht bewertet. Die jeweils besten weiblichen und männlichen Schafe traten anschließend zur Wahl der beiden Gesamtsieger an. Insgesamt waren laut Angaben des Landesverbands der Schafhalter, Ziegenhalter und Züchter Rheinland-Pfalz rund 70 Tiere aus 16 Rassen gemeldet.
Hirtenstab wechselt die Hand
Auch abseits der Wahl gab es auf dem Viehmarktplatz einiges zu sehen: Schäfer Friedel Bous aus Mayen-Alzheim zog mit einer Herde von rund 300 Mutterschafen und Lämmern auf den Platz, was an die lange Tradition der Schafhaltung erinnern sollte. Im Rahmen des Internationalen Hirtenzugs 2026 wurde zudem der Hirtenstab von Rheinland-Pfalz nach Hessen weitergegeben.
Der Schafmarkt ist seit 1405 Teil des Lukasmarktes und gilt als einziger seiner Art in Rheinland-Pfalz, wie Schulte berichtete. Der Markt bringt Züchter aus dem Land zusammen, die sich über ihre Tiere und die Schafhaltung austauschen. Zugleich soll die Veranstaltung die Bedeutung von Schafen hervorheben: "Der Bevölkerung ist nicht mehr bekannt, wie wichtig die Weidetierhaltung für den Erhalt der Kulturlandschaft ist, die Wolle ein wertvolles, vielseitig einsetzbares Naturprodukt und kein Müll ist", sagte Schulte. Schließlich wandle das Schaf aus Gras und Blättern Fleisch und Wolle um und trage zur Ernährung der Bevölkerung bei. (dpa/bearbeitet durch Red)
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