Werbung

Pressemitteilung vom 29.09.2026    

Medien Triennale Südwest: KI und digitale Souveränität im Fokus

Die Medien Triennale Südwest hat in Kaiserslautern die Folgen künstlicher Intelligenz für Medien und Demokratie beleuchtet. Im Mittelpunkt standen digitale Souveränität, Medienkompetenz und die Frage, wie Vertrauen in einer zunehmend von KI geprägten Medienwelt erhalten bleiben kann.

(Foto: Victor Beusch)

Rheinland-Pfalz. Bei der fünften Medien Triennale Südwest (MTSW) haben Experten aus Wissenschaft, Politik, Medien und Wirtschaft über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz diskutiert. Unter dem Titel "Europa, KI und die Zukunft der Demokratie" ging es vor allem um die Frage, wie demokratische Resilienz in Deutschland und Europa gestärkt werden kann. Die Veranstaltung fand am 25. September 2026 in Kaiserslautern statt und wurde von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz, der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landesmedienanstalt Saarland (LMS) gemeinsam ausgerichtet.

Nach Einschätzung der Veranstalter verändert künstliche Intelligenz zunehmend den Umgang mit Informationen. Kreatives Fragen, kritisches Hinterfragen und ein Verständnis für die Funktionsweise von Systemen gewännen dadurch an Bedeutung. Gleichzeitig werde digitale Souveränität in Deutschland und Europa zu einer zentralen Frage.

Eine auf der Veranstaltung vorgestellte Zahl aus der noch nicht veröffentlichten JIM-Studie 2026 verdeutlichte die Unsicherheit unter Jugendlichen. Demnach sind 61 Prozent der Jugendlichen durch zunehmende KI-Inhalte auf Social Media verunsichert und hinterfragen, was dort noch real ist.

Digitale Souveränität und menschliche Entscheidungen
Nach der Begrüßung durch Dr. Marc Jan Eumann von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz, Julia Jeske von der LFK und Ruth Meyer von der LMS betonte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder die Bedeutung digitaler Souveränität für eine freiheitliche Demokratie.

Schnieder hob dabei die Bedeutung von Medienvielfalt hervor. Auch journalistische Inhalte müssten in Zeiten künstlicher Intelligenz sichtbar bleiben, damit sie ihre gesellschaftliche Funktion erfüllen könnten.

Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig erklärte in ihrem Impuls, künstliche Intelligenz könne einen deutlichen Unterschied machen, wenn ihre Entwicklung richtig gesteuert werde. Sie sprach sich für einen Einsatz von KI aus, der der Gesellschaft zugutekomme. Entscheidungen müssten dabei weiterhin von Menschen getroffen werden.

Prof. Dr. Andreas Dengel vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) forderte einen weiteren Ausbau der digitalen Handlungsfähigkeit in Deutschland und Europa. Nicht jede Technologie müsse selbst entwickelt werden. Wichtig seien jedoch geeignete Infrastrukturen und ein besserer Transfer von Forschung in die praktische Anwendung.

Gemeinsam mit Dr. Benjamin Schiller vom Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) wurden anschließend Fragen zur digitalen Resilienz und Souveränität in Europa vertieft. Dabei ging es auch darum, wie angesichts der schnellen technologischen Entwicklung ausreichend eigener Gestaltungsspielraum geschaffen werden kann.

Deepfakes werden praktisch demonstriert
Wie leicht sich manipulierte Inhalte mit frei zugänglichen KI-Werkzeugen erstellen lassen, wurde in zwei Live-Showcases gezeigt. Christoph Maerz vom DFKI demonstrierte, wie aus öffentlichem Videomaterial Deepfakes erzeugt werden können. Gleichzeitig wurde gezeigt, wie das Tool Gretchen AI solche manipulierten Inhalte erkennen kann.

Maximilian Negele, KI-Politikforscher der Oxford Martin AI Governance Initiative, betonte die Bedeutung Europas im internationalen Wettbewerb. Gregor Freches, Minister für Sport, Kultur, Tourismus und Medien der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, brachte zusätzlich die europäische Perspektive in die Diskussion ein. Moderiert wurde dieser Teil von Albrecht Bähr, dem Versammlungsvorsitzenden der Medienanstalt Rheinland-Pfalz.



Im zweiten Panel standen Medienkompetenz als KI-Kompetenz und die Zukunft demokratischer Urteilsfähigkeit im Mittelpunkt. Darüber diskutierten Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs, Prof. Dr. Sebastian Vollmer, beide von der RPTU, sowie Pauline Schinkels von DIE ZEIT.

Europäische Lösungen im Mittelpunkt
Die Medien Triennale Südwest bot außerdem Raum für Diskussionen über Chancen und Schutz in der KI-Ära. Thematisiert wurden rechtliche Rahmenbedingungen sowie unterschiedliche Positionen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Medien.

Trotz unterschiedlicher Zugänge zum Thema bestand nach Angaben der Veranstalter Einigkeit darüber, europäische Lösungen voranzutreiben. Gleichzeitig solle die Entwicklung von KI mit entsprechenden Leitplanken und mit hoher Priorität weitergeführt werden.

Praxisnahe Einblicke in Masterclasses
Interaktive Masterclasses übertrugen die aktuellen Debatten am Vormittag auf konkrete Anwendungsbereiche. Dabei ging es unter anderem um KI-gestützten Journalismus und die Frage, worauf Vertrauen in Medien im Zeitalter künstlicher Intelligenz beruhen kann.

Christoph Maerz vom DFKI stellte das Lokaljournalismus-Projekt Local_Vocal mit seinem "Trusted Local Agent" vor. Uwe Renners von DIE RHEINPFALZ zeigte, wie künstliche Intelligenz im Redaktionsalltag eingesetzt werden kann. Dr. Adriano Lucieri vom DFKI beschäftigte sich in seiner Masterclass mit den Grundlagen von Vertrauen in einer zunehmend durch KI geprägten Medienwelt.

Marktplatz zeigt aktuelle Entwicklungen
Auf einem Marktplatz präsentierten Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Projekte und Medieninstitutionen aktuelle Entwicklungen im Bereich künstliche Intelligenz. Das Spektrum reichte von praktischen Anwendungen bis zum reflektierten Umgang mit der Technologie.

Medienkompetenz gewinnt an Bedeutung
Dr. Marc Jan Eumann, Direktor der Medienanstalt Rheinland-Pfalz, verwies auf die zunehmende Bedeutung von KI-generierten Deepfakes. Besonders für Mädchen könnten manipulierte Darstellungen zu einem Problem werden. Nach seiner Einschätzung reiche ein Appell an die Verantwortung der Anbieter nicht mehr aus. Er forderte klare Regeln und Sanktionen und bezeichnete Medien- und KI-Kompetenz als grundlegende Fähigkeiten. Die EU-Initiative klicksafe unterstütze Eltern und Pädagogen dabei mit entsprechenden Materialien und einer klicksafe Schulstunde.

Ruth Meyer, Direktorin der LMS, betonte, künstliche Intelligenz verändere grundlegend die Entstehung, Verbreitung und Auffindbarkeit von Informationen. Deshalb müsse es weiterhin möglich sein, die Herkunft von Informationen nachzuvollziehen und deren Vertrauenswürdigkeit einzuschätzen. Dafür brauche es sowohl Medienkompetenz als auch zeitgemäße Regeln für Transparenz und Verantwortlichkeit. So sollten Vielfalt und Orientierung auch in einer zunehmend von KI geprägten Medienwelt erhalten bleiben.

Julia Jeske, stellvertretende Präsidentin der LFK, hob die Funktion der Medien Triennale Südwest als Plattform für unterschiedliche Perspektiven auf KI und ihre Auswirkungen auf Medien und Gesellschaft hervor. Künstliche Intelligenz sei bereits Teil der Medienaufsicht. Mit neuen Kennzeichnungspflichten für KI-Inhalte werde die Verantwortung für Transparenz und verlässliche Regeln weiter konkretisiert. Die drei Medienanstalten wollten diese Aufgabe gemeinsam angehen.(PM/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Veranstaltungsrückblicke  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
   

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Rheinland-Pfalz


Herbstlicher Aufruf zur Blutspende: DRK sucht nach neuen Blutspendern in Güllesheim

Das Rote Kreuz ruft im Herbst zur Blutspende auf und will besonders Menschen erreichen, die bislang noch ...

Neue Regeln: Verbraucher haben seit August mehr Rechte bei Reparaturen

Seit August 2026 gelten in Deutschland neue Regeln für Reparaturen. Verbraucher haben dadurch zusätzliche ...

Nachhaltige Kleidung: Online-Vortrag beleuchtet Naturfasern und Secondhand

Kleidung gehört zum Alltag, belastet die Umwelt aber entlang ihres gesamten Lebenszyklus. Ein Online-Vortrag ...

Neues Landesprojekt soll Krebsvorsorge in Rheinland-Pfalz stärken

In Rheinland-Pfalz soll die Krebsvorsorge stärker in den Alltag der Menschen rücken. Ein neues Landesprojekt ...

Plüschige Helfer im Einsatz - Seelentröster-Teddys für Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz erhalten Polizisten nun einen besonderen Begleiter an ihrer Seite: Seelentröster-Teddys. ...

Koblenzer Zoll überprüft Friseur- und Kosmetikbranche intensiv

Am 26. September 2026 führte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls eine bundesweite Prüfung in ...

Weitere Artikel


Neue Regeln: Verbraucher haben seit August mehr Rechte bei Reparaturen

Seit August 2026 gelten in Deutschland neue Regeln für Reparaturen. Verbraucher haben dadurch zusätzliche ...

Herbstlicher Aufruf zur Blutspende: DRK sucht nach neuen Blutspendern in Güllesheim

Das Rote Kreuz ruft im Herbst zur Blutspende auf und will besonders Menschen erreichen, die bislang noch ...

Nachhaltige Kleidung: Online-Vortrag beleuchtet Naturfasern und Secondhand

Kleidung gehört zum Alltag, belastet die Umwelt aber entlang ihres gesamten Lebenszyklus. Ein Online-Vortrag ...

Neues Landesprojekt soll Krebsvorsorge in Rheinland-Pfalz stärken

In Rheinland-Pfalz soll die Krebsvorsorge stärker in den Alltag der Menschen rücken. Ein neues Landesprojekt ...

Aktualisiert: Tödlicher Verkehrsunfall auf der B 8 bei Höchstenbach

Ein tödlicher Verkehrsunfall ereignete sich am späten Nachmittag auf der Bundesstraße 8 zwischen Höchstenbach ...

Werbung