Infrastruktur und Spritpreise belasten Spediteure in Rheinland-Pfalz
Die Logistikbranche in Rheinland-Pfalz steht vor großen Herausforderungen. Marode Infrastruktur, niedrige Wasserstände und hohe Dieselpreise setzen den Speditionsunternehmen im Land zu. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.
Mainz. Niedrigwasser, gesperrte Straßen und teurer Diesel - diese Faktoren treiben derzeit die Pulsfrequenz der Logistiker in Rheinland-Pfalz in die Höhe. Die mittelständisch geprägten Speditionsunternehmen kämpfen mit erheblichen Behinderungen auf allen Verkehrswegen. Andreas Roer von der Contargo Wörth-Karlsruhe GmbH berichtet von der Vollsperrung der Bundesstraße 9 in Speyer aufgrund defekter Brücken. Eine akzeptable Umfahrung gebe es nicht.
Etwas weiter nördlich ist die Kurt-Schumacher-Brücke zwischen Ludwigshafen und Mannheim wegen Korrosionsschäden gesperrt, was die Region mit Industriegrößen wie BASF belastet. Alexander Kay Steinberg von der Westerwälder Edgar Graß Speditions GmbH kennt ähnliche Probleme durch Sperrungen wichtiger Autobahnen. Als gewichtiges Beispiel wurde die jahrelange Sperrung der A45 bei Lüdenscheid genannt. Zusätzlich erschweren überfüllte Parkplätze den Beruf des Fernfahrers.
Vertiefung des Rheins alleine reicht nicht
Roer betont, dass selbst eine Vertiefung der Fahrrinne im Mittelrheintal nicht alle Probleme lösen wird. Bei niedrigem Wasserstand helfen auch tiefere Fahrrinnen wenig. Langfristig seien Schleusen und Rückhaltebecken nötig. Die Contargo hat in Schubverbände investiert, die bei Niedrigwasser operieren können, doch das Umladen von Fracht bleibt zeit- und kostenintensiv.
Niedrige Pegelstände führen zu Zuschlägen bei Transporten, was die Kosten für Kunden erhöht. Ein Beispiel: Bei einem 40-Fuß-Container werden bei einem Pegel unter 40 Zentimetern in Kaub 1.280 Euro zusätzlich fällig. Trotz dieser Zuschläge minimieren die Unternehmen nur ihre Verluste.
Die frühe Niedrigwasser-Phase in der Urlaubszeit verschärfte die Lage, da viele Fahrer im Urlaub waren. Die Disposition wird immer komplexer, oft müssen Verkehrsträger gewechselt werden, was zusätzliche Probleme verursacht.
Aufhebung der doppelten CO2-Belastung gefordert
Von der Politik wünscht sich die Branche vor allem Kontinuität bei den Spritpreisen, so Steinberg. Der Speditions- und Logistikverband Hessen/Rheinland-Pfalz fordert zudem die Aufhebung der doppelten CO2-Belastung des Transportgewerbes. Wirtschaftsminister Michael Ebling sieht den Sommer als klimapolitischen Wendepunkt und fordert mehr Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur.
(dpa/bearbeitet durch Red)
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