Ein fiktives Dorf im Hunsrück als Spiegel der Zeit: Wilhelm Raabe-Literaturpreis für Shida Bazyar
Die in Rheinland-Pfalz geborene Autorin Shida Bazyar wird für ihren Roman "Die Lücken" mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet. Der Preis, gestiftet von Deutschlandfunk und der Stadt Braunschweig, ist mit 30.000 Euro dotiert.
Rheinland-Pfalz/Berlin. Für ihren Roman "Die Lücken" erhält Shida Bazyar den renommierten Wilhelm Raabe-Literaturpreis. Die Jury würdigt damit einen der "brisantesten Romane unserer Zeit", wie es in ihrer Begründung heißt. Der Roman spielt an einem fiktiven Ort im Hunsrück und beleuchtet 90 Jahre deutscher Geschichte. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die das Dorf prägten - darunter jüdische Familien, NS-Profiteure und iranische Flüchtlingsfamilien. Die Jury beschreibt den Ort als "exemplarischen Schauplatz individueller Verstrickungen in die Verbrechen des Holocausts und einer schleichenden Normalisierung von Antisemitismus, Entrechtung und Ausgrenzung, die sich bis in die Gegenwart fortschreibt".
Shida Bazyar, geboren 1988 in Rheinland-Pfalz, wird den Preis am 7. November 2026 im Rahmen eines Festaktes im Kleinen Haus des Braunschweiger Staatstheaters entgegennehmen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Rainald Goetz, Christian Kracht, Petra Morsbach und Sasa Stanisic. Zudem ist "Die Lücken" im Finale für den Deutschen Buchpreis. (dpa/bearbeitet durch Red)
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