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Nachricht vom 01.09.2026    

Eine Stadt wird zur Galerie: Läden in Altenkirchen bilden eine moderne Kunstmeile.

Von Helmi Tischler-Venter

Einen Monat lang präsentieren 18 Mitglieder des Kunstforums Westerwald ihre Arbeiten in Innenstadt-Schaufenstern zwischen dem Konrad-Adenauer-Platz und der Frankfurter Straße. Die Eröffnung fand am 1. September in dem italienischen Wein- und Spezialitätengeschäft "La Piccola" statt. Bei mediterranem Wetter stießen Vertreter aus Kunst und Handel miteinander an.

Stadtbürgermeister Ralf Lindenpütz (links) und Helga Seelbach begrüßen. Rechts Erdem Imdat. Fotos: Helmi Tischler-Venter

Altenkirchen. Helga Seelbach, Vorsitzende des Kunstforums Westerwald, begrüßte „alle Freunde des guten Geschmacks“. Der Kunstkreis ist in den Kreisen Altenkirchen, Neuwied und Westerwaldkreis aktiv. Die Ausstellung in Montabaur läuft gerade aus, am Sonntag startet eine Ausstellung im Stöffelpark in Enspel. Parallel dazu werden mit der aktuellen Schaufenster-Ausstellung die Altenkirchener und Besucher animiert, sich inspirieren zu lassen und idealerweise Kontakt aufzunehmen zu den Künstlerinnen und Künstlern. „Jede Investition in lebende Künstler ist eine Investition in die Region.“

Nadine Grifone, als Inhaberin des La Piccola die Gastgeberin für die Stadtkunst im Schaufenster, betonte, sie fühle sich am Konrad-Adenauer-Platz in Altenkirchen sehr wohl. In diesem Jahr stellt in ihrem Lokal der Künstler Luis Palma Miniatur-Gemälde und pfiffige Materialbilder aus.

Stadtbürgermeister Ralf Lindenpütz freute sich über die „kleine Wanderausstellung“, bei der nicht die Kunst, sondern die Betrachter wandern. Zwei Gruppen treffen sich bei dieser Aktion: Kunstforum Westerwald mit schöner Dekoration und der Aktionskreis, der Gewerbetreibende in der Region vertritt. Dieser macht mit Veranstaltungen Werbung für die Westerwaldregion, Kunst war dabei immer Bestandteil. Lindenpütz versicherte: „Bildende Kunst wird in Altenkirchen geschätzt, ob sie bezahlt wird, ist eine andere Sache.“

Der Gewerbeverein hat Sorgen wegen des Leerstands, typischer Wandel der Zeit. Daher sollen Geschäfte und Leerflächen mit Kunst attraktiver gemacht werden. Vielleicht sieht so mancher Besucher, dass der ein oder andere Leerstand durchaus nutzbar gemacht werden kann. Die Stadt ist froh über die Initiative. Den Dank der Kreisstadt richtete Lindenpütz an die „großartigen Künstler und das tolle Konzept“.

Helga Seelbach gab den Dank weiter an die Ausstellenden mit teilweise langem Anfahrtsweg: Coya Müller, Freya Schumacher, Luis Palma, Anette Kneip, Axel Weigend, Ruth Lamich, Elisabeth Jung, Salvatore Oliverio, Regina Rippholz, Christoph Schmidt, Simone Berling, Manfred Wendel, Brigitte Struif, Charly Schneier, Erdem Imdat, Dieter Link, Claudia Schmidt und Bruni Hegemann.




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Es lohnt sich, mit wachem Blick durch die Einkaufsstraßen zu schlendern. Die Schaufenster sind bis zum 30. September ein offener Ausstellungsraum. Jedes Fenster erzählt seine eigene Geschichte. Verschiedene Techniken und Stile werden präsentiert. Vielfältige Malerei, Objekte, Schmuck und Skulpturen laden zum Betrachten und zum Austausch ein. Sie bieten Inspiration und zeigen einen Querschnitt der Westerwälder Kunstszene. Flyer mit den Namen der Aussteller und Geschäfte liegen in allen teilnehmenden Läden aus.

Manchmal ist auch eine Künstlerin persönlich anwesend. Zum Beispiel trifft man Regina Rippholz am Samstag, 5. September, bei Herrenmoden Iserlohe bei „Meet and Greet – Sektempfang mit Künstlergespräch“. Am 19. September liest Manuela Lowak bei Hörakustik Siewert Gedichte mit dem Titel „September-Blues“.

Zusätzlich geht das Kunstforum ein praktisches Projekt an. Mit KOMPA, dem Evangelischen Kinder- und Jugendzentrum Altenkirchen und der Jugendhilfe werden am 9. September von Jugendlichen Tonscherben bemalt für eine Mosaikbank am Park de Tarbes.

Den Abschluss des Kunstmonats bildet ein Podiumsgespräch zum Thema „Bildende Kunst als regionaler Wirtschaftsfaktor“ mit Thomas Wunder am 30. September um 18 Uhr im Café Inklusiv. Beide Seiten – Künstler und Händler – erhoffen sich eine erfolgreiche Zeit der „Kunst & Inspiration“. Helga Seelbach resümierte: „Vernetzung ist die wahre Kunst.“ htv


Mehr dazu:   Veranstaltungsrückblicke  
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