Werbung

Pressemitteilung vom 31.08.2026    

Ganztagsbetreuung in Rheinland-Pfalz: Herausforderungen und Chancen

In Rheinland-Pfalz sorgt die Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Kinder der ersten Klasse für Diskussionen. Während Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) betont, dass jedes Kind bei Bedarf einen Betreuungsplatz erhält, gibt es Bedenken hinsichtlich der Qualität und Flexibilität der Angebote.

Ganztagsbetreuung für Grundschüler. (Foto: Uwe Anspach/dpa)

Mainz. Holpriger Start bei der Ganztagsbetreuung in Rheinland-Pfalz: Seit Beginn des neuen Schuljahres haben Erstklässler einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, der in den kommenden Jahren auf weitere Jahrgänge ausgeweitet werden soll. Landeselternsprecher Denis Scholz hebt hervor, dass ein Betreuungsplatz allein noch kein gutes Ganztagsangebot ausmacht. Eltern spüren den Bedarf an verlässlicher Betreuung stark, um Beruf und Familie zu vereinbaren, jedoch variiert dieser regional.

Erste Rückmeldungen von Schulen zeigen ein gemischtes Bild. An einigen Schulen funktioniert der Ganztag gut, während andere mit Personalmangel, unzureichenden Räumlichkeiten und fehlender Finanzierung kämpfen. Scholz fordert gesetzlich festgelegte Mindeststandards für die Qualität der Ganztagsangebote.

Eltern wünschen sich zudem mehr Flexibilität, etwa durch zusätzliche Abholzeiten oder die Möglichkeit, den Ganztag nur an bestimmten Wochentagen zu nutzen. Sie betonen, dass die Angebote zu den Bedürfnissen der Familien passen müssen, damit Kinder auch Zeit für Hobbys und Erholung haben.

Die Bildungsgewerkschaft GEW kritisiert, dass viele Schulträger nicht ausreichend auf den Rechtsanspruch vorbereitet sind. Insbesondere das Fehlen von Fachkräften in den Ganztagsteams sei problematisch. An Halbtagsgrundschulen könnten Betreuungspersonen am Nachmittag allein im Gebäude sein, was die Aufsichtspflicht erschwere.



Das Institut der deutschen Wirtschaft stellt fest, dass es in einigen westdeutschen Bundesländern, einschließlich Rheinland-Pfalz, noch Lücken bei der Erfüllung des Rechtsanspruchs gibt. Obwohl wenige Familien ohne Betreuungsplatz bleiben, leidet oft die Qualität der Betreuung.

Der Rechtsanspruch auf bis zu acht Stunden Betreuung täglich muss von den örtlichen Trägern der öffentlichen Jugendhilfe erfüllt werden. In Rheinland-Pfalz sind dafür 41 Jugendämter zuständig. Bis 2029 soll der Anspruch schrittweise bis zur vierten Klasse ausgeweitet werden.

Finanzielle und organisatorische Herausforderungen stellen die Kommunen vor erhebliche Aufgaben. Besonders die Sicherstellung der Betreuung am Freitagnachmittag und eine kostengünstige Ferienbetreuung sind problematisch. Die kommunalen Spitzenverbände prognostizieren Mehrkosten von bis zu 450 Millionen Euro zwischen 2026 und 2030. Der Bund stellt Rheinland-Pfalz rund 182 Millionen Euro für diesen Zeitraum bereit, doch diese Mittel reichen nicht aus. Das Land wird aufgefordert, sich stärker an den laufenden Kosten zu beteiligen.

In Rheinland-Pfalz verfügen laut Bildungsministerium 86 Prozent der allgemeinbildenden Schulen und über 90 Prozent der Grundschulen über Ganztagsangebote. Ministerin Eiling-Hütig betont, dass es bei den Angeboten um Förderung und nicht nur um Betreuung geht. (dpa/KI/Red)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Rheinland-Pfalz


Kontroverse um Widerspruchslösung bei Organspenden im Landtag

Im rheinland-pfälzischen Landtag sorgt ein Vorstoß der Regierungsfraktionen von CDU und SPD zur Einführung ...

Pflichtfach Informatik in Rheinland-Pfalz: Ein Meilenstein für MINT-Bildung

Ab dem Schuljahr 2028/2029 wird Informatik in Rheinland-Pfalz als Pflichtfach eingeführt. Diese Neuerung ...

Von Mainz bis Oppeln: Erste Auslandsreise von Ministerpräsident Schnieder

Eine junge Eiche aus Rheinland-Pfalz wächst nun in Polen. Ministerpräsident Schnieder hat dort über die ...

MINT-Strategie in Rheinland-Pfalz: Mädchen im Fokus der Naturwissenschaften

Die MINT-Strategie der rheinland-pfälzischen Landesregierung zielt darauf ab, die Begeisterung für Mathematik, ...

Spätsommerliche Temperaturen in Rheinland-Pfalz erwartet

Die kommende Woche verspricht in Rheinland-Pfalz einen Hauch von Spätsommer, auch wenn gelegentliche ...

Das Wetter: Sonne und Wärme zum Wochenstart - Regen ab Mittwoch erwartet

Die neue Woche beginnt in Rheinland-Pfalz mit sommerlichen Temperaturen, doch das Wetter wird sich bald ...

Weitere Artikel


Sommer 2026 in Rheinland-Pfalz: Wärmerekorde und dramatische Folgen

Der Sommer 2026 könnte als der heißeste in die Geschichte von Rheinland-Pfalz eingehen. Vorläufige Auswertungen ...

Landratswahl Westerwaldkreis: Lütkefedder gewinnt Stichwahl mit 60,6 Prozent

Klaus Lütkefedder (CDU) hat die Stichwahl um das Amt des Landrats im Westerwaldkreis mit 60,6 Prozent ...

Zugbegleiter nach Pfefferspray-Angriff verletzt - Täter flüchtig

Ein Streit um Platzmangel in einer Regionalbahn führte zu einem gefährlichen Zwischenfall, bei dem ein ...

Zukunft der Parteiarbeit: SPD Kreis Neuwied veranstaltet Workshop

Der SPD-Kreisverband Neuwied befasste sich in einer ganztägigen Arbeitsklausur mit der zukünftigen Ausrichtung ...

Landtagswahl Sachsen-Anhalt: AfD Neuwied lädt zum Wahlabend ein

In Neuwied steht ein gemeinsamer Abend anlässlich der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf dem Programm. ...

Heimatherbst im Kreis Neuwied: Bürgergespräche mit Dr. Jan Bollinger

Im Landkreis Neuwied stehen im September mehrere Termine für den direkten Austausch mit der Bevölkerung ...

Werbung