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Pressemitteilung vom 17.08.2026    

Ministerin besucht KipsE-Erfolgsmodell in Neuwied

Sozial- und Jugendministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler überzeugte sich im Rahmen ihrer Sommerreise von der Koordinationsstelle des Landkreises Neuwied und dem Vorbildcharakter des KipSE-Modells.

Landrat Achim Hallerbach und KipsE-Koordinatorin Laura Rockenfeller konnten Jugend- und Familienministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler gemeinsam mit den kooperierenden Einrichtungen Einblicke in das KipsE-Erfolgsmodell des Landkreises Neuwied geben. (Foto: Julia Hinz / Kreisverwaltung Neuwied)

Kreis Neuwied. Der Landkreis Neuwied ist auch in seiner KipsE-Koordinationsstelle ein Erfolgsmodell mit entsprechendem Vorbildcharakter. Davon konnte sich die rheinland-pfälzische Sozial- und Jugendministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler jetzt selbst im Rahmen ihrer Sommerreise überzeugen. "KipsE" steht verkürzt für Hilfen für Kinder von psychisch und suchtbelasteten Eltern, und im Max-zu-Wied-Saal des Kreishauses verstanden es die für das Modell verantwortlichen Spitzen aus Landkreis und Stadt Neuwied, der stellvertretenden Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz die Idee und die Notwendigkeit hinter dem Konzept nahe zu bringen.

Der Kreis Neuwied ist nicht nur von der Fläche her gesehen der viertgrößte Landkreis in Rheinland-Pfalz, zugleich zählt er auch zu den wirtschaftsstärksten Verwaltungseinheiten hierzulande. "Das liegt auch daran, dass hier angepackt wird und wir beibehalten, was sich als notwendig und erfolgreich erwiesen hat. So haben wir es bei der Verstetigung von KipsE vom Modellprojekt hin zur festen Koordinationsstelle des Kreisjugendamtes gemacht", unterstreicht Landrat Achim Hallerbach, der sich nach seiner ersten Wahl zum Landrat im Jahr 2018 dafür entschieden hatte, die Zuständigkeit für das Kreisjugendamt beizubehalten.

Neuwied ist eine Vorzeigekommune geworden, wenn es um die Unterstützung der besonders vulnerablen Gruppe bei KipsE geht, sagte auch die Ministerin: "Kinder psychisch und suchtkranker Eltern sind eine Gruppe, die uns im Kinderschutz besonders am Herzen liegt und die daher auch im Fokus unserer Kinderschutzpolitik in Rheinland-Pfalz steht. Wir wissen, dass sie häufig besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Zudem bleibt ihre Lebenssituation oft lange unsichtbar, während das Risiko, selbst zu erkranken, um ein Vielfaches erhöht ist. Umso wichtiger ist es, dass wir es schaffen, frühzeitig hinzusehen und passgenaue Hilfen bereitzustellen. Der Landkreis Neuwied engagiert sich hier seit vielen Jahren mit großer Überzeugung. Solche erfolgreiche Beispiele geben wichtige Impulse. Allen, die sich mit großem Engagement für diese wichtige Zielgruppe einsetzen, danke ich herzlich. Ihr Einsatz macht einen echten Unterschied – für Kinder, für Familien und für einen starken, präventiven Kinderschutz in Rheinland-Pfalz."

Das Lob für Landrat Achim Hallerbach und auch KipsE-Projektkoordinatorin Laura Rockenfeller galt ebenfalls Anna Sander, Mitarbeiterin des Caritasverband Rhein-Wied Sieg, und dem Projekt "Verrückt? Na und!" im Landkreis Neuwied sowie Franlin Toma von Zeitgeist Erziehungshilfe und Caroline Alsbach-Löhr, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Waldbreitbach.




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So ist die Caritas für die Fachkräfteschulung "Kind s/Sucht Familie" im Landkreis Neuwied verantwortlich, während FRANA als Abkürzung für „Frei, Resilient, Aufmerksam, Neugierig, Authentisch“ für ein seit drei Jahren in mehreren Kindertagesstätten im Kreis Neuwied erprobtes Schulungsangebot von Zeitgeist Erziehungshilfen steht.

"Ziel des Angebots ist es, Kinder frühzeitig in ihrer Resilienz und Selbstwirksamkeit zu stärken und sie insbesondere in herausfordernden Lebenssituationen zu unterstützen", erläuterte Franlin Toma die Kooperations-Maßnahme mit dem Kreisjugendamt, das ebenfalls auf die Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Waldbreitbach bauen kann. Deren Chefärztin Caroline Alsbach-Löhr wusste zu bestätigen, was KipsE-Koordinatorin Laura Rockenfeller in ihrer Eingangs-Präsentation hervorhob:

"Es gibt auch im Landkreis Neuwied viele Kinder, von denen zumindest ein Elternteil psychisch oder suchtkrank ist. Diese Erkrankung wirkt sich unmittelbar auf das ganze Familiensystem aus, sodass viele der Töchter und Söhne wiederum selbst der Unterstützung bedürfen. Wenn hier frühzeitig eine Reihe breit gestreuter Hilfsangebote greift, besteht die Chance, dass die Kinder nicht die nächste Generation von Patientinnen und Patienten werden."

In diesem Zusammenhang unterstrich Landrat Achim Hallerbach die Bedeutung der KipsE-Koordinationsstelle als Präventivmaßnahme zu einer nachhaltigen Verbesserung der Statistik und spannte den Bogen zugleich weiter nach Baden-Württemberg: "Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) Mannheim arbeitet seit diesem Jahr mit der Initiative 'Stark im Sturm' von Frau Prof. Dr. Yvonne Grimmer und Frau Prof. Dr. Anne Koopmann als Best-Practice-Modell mit der Marienhaus GmbH zusammen. Der Kerngedanke besteht entsprechend darin, dass Hilfe nicht erst spät, sondern direkt dort einsetzen soll, wo Eltern behandelt werden. Dadurch können Kinder frühzeitig Unterstützung bekommen. Zudem fördert 'Stark im Sturm' die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitswesen und Jugendhilfe, um Versorgungslücken zu schließen", erläuterte der Kreis-Chef und verband dies zugleich mit einem Appell an die Ministerin: "Was sich in einem anderen Bundesland bereits bewährt hat, sollte auch in Rheinland-Pfalz unabhängig von der Frage, ob die Leistung freiwillig oder verpflichtend ist, häufiger Anwendung finden können. Vorbeugung ist immer hilfreich und erspart nachweislich tiefgreifendere Folgen." (PM)


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