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Pressemitteilung vom 13.08.2026    

Handwerk in Rheinland-Pfalz: Ausbildungsplätze im Fokus

Das Handwerk in Rheinland-Pfalz erlebt eine Renaissance als attraktiver Bildungs- und Karriereweg. Trotz wachsendem Interesse bleiben viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Der Artikel beleuchtet die Chancen und Herausforderungen für junge Menschen in der Branche.

Handwerk. (Foto: Leonie Asendorpf/dpa)

Mainz. Vom Anlagenmechaniker über Friseurin und Mechatroniker bis zur Zahntechnikerin - das Handwerk bietet mehr als 130 Ausbildungsberufe. "Es gewinnt als Bildungs- und Karriereweg erkennbar an Attraktivität", sagt Axel Bettendorf, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern in Rheinland-Pfalz. Doch trotz des gestiegenen Interesses bleibt das Angebot der Betriebe oft ungenutzt. Im vergangenen Jahr wurden 5.682 neue Ausbildungsverträge registriert, dieses Jahr sind es bereits 6.029, wobei auch nach August noch Verträge abgeschlossen werden.

Viele Betriebe suchen Nachfolger. "Das Handwerk ist aus meiner Sicht gerade ein Stück weit Profiteur der konjunkturellen Krise, zumindest was das Thema Ausbildung angeht", erklärt Ulrike Mohrs von der Bundesagentur für Arbeit. Die Nachfrage nach Fachkräften steigt, da viele Unternehmen junge Menschen mit Blick auf die Nachfolge binden möchten.

Sichere Jobs bietet das Handwerk ebenfalls. Bettendorf betont: "Wer eine handwerkliche Ausbildung erfolgreich abschließt, hat regelmäßig gute Chancen auf eine dauerhafte Beschäftigung." Auch Mohrs sieht im Handwerk große Chancen für den Aufbau einer finanziell sicheren Existenz. Zudem sei das Handwerk weniger von Automatisierung bedroht als andere Branchen.

Praktische Arbeit und moderne Technik machen das Handwerk attraktiv. Junge Menschen schätzen sichtbare Arbeitsergebnisse und finden Sinn und Erfüllung in Berufen, die an Zukunftsthemen wie Energieversorgung und Klimaschutz arbeiten. Moderne Techniken wie digitale Steuerungstechnik und Photovoltaik spielen dabei eine Rolle. "Die Berufsbilder haben sich wirklich sehr stark verändert", sagt Mohrs.



Unbekannte Berufe und falsche Vorstellungen erschweren jedoch die Suche nach Azubis. Berufe wie Gebäudereiniger oder Gerüstbauer sind vielen Jugendlichen kaum bekannt. In den Lebensmittelhandwerken konkurrieren Bäckereien und Fleischereien um Nachwuchs, während körperlich fordernde Berufe mit Vorurteilen zu kämpfen haben.

Für Bewerber ist die Lage grundsätzlich günstig, so Bettendorf. Besonders gefragt sind Kfz-Mechatroniker, Anlagenmechaniker und Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Dennoch bleiben viele Stellen unbesetzt, da Berufswunsch und persönliche Voraussetzungen nicht immer zusammenpassen. Auch Mobilität spielt eine Rolle, da Jugendliche nicht ohne Weiteres von Mainz in entlegenere Regionen wechseln können.

Berufsorientierung müsse früher und praxisnäher erfolgen, fordert Bettendorf. "Wer einen Beruf und einen Betrieb selbst erlebt, entscheidet sich häufiger für eine Ausbildung." Mohrs ergänzt: "Unsere Beratungsangebote sollten intensiv genutzt werden." (dpa/bearbeitet durch Red)


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