Pressemitteilung vom 13.08.2026 
Trockenheit setzt Wildtieren in Rheinland-Pfalz zu - Auswirkungen auf die Jagd
Die anhaltende Trockenheit und Hitze machen nicht nur den Menschen, sondern auch den Wildtieren in Rheinland-Pfalz schwer zu schaffen. Besonders betroffen sind Jungtiere und Arten, die auf eine regelmäßige Wasseraufnahme angewiesen sind.
Mainz. Wenn im nächsten Jahr weniger Wildschweine in Rheinland-Pfalz gesichtet werden, könnte dies auf die derzeitige Trockenperiode zurückzuführen sein. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz berichtet von geschwächten oder verendeten Frischlingen. "Ob bereits viele Frischlinge verdurstet oder infolge der Trockenheit verendet sind, lässt sich derzeit nicht pauschal bestätigen", erklärt Frederik Grüneberg, Geschäftsstellenleiter des Jagdverbands. Die Beobachtungen könnten lokale Auswirkungen der Trockenheit widerspiegeln, aber auch andere Ursachen wie Unfälle oder Krankheiten haben.
Herausforderungen für zahlreiche Wildtierarten
Die trockene Witterung stellt zahlreiche Wildtierarten vor erhebliche Herausforderungen. Tiere, die auf regelmäßige Wasseraufnahme angewiesen sind, wie weibliche Elterntiere zur Milchproduktion, sind besonders betroffen. Auch das Nahrungsangebot leidet unter der Trockenheit. Schwarzwild, Rehwild und Niederwild wie Feldhasen oder Fasane kämpfen mit diesen Bedingungen. "Auch viele Vogelarten darben unter ausgetrockneten Kleingewässern und einem Rückgang von Insekten", so Grüneberg.
Wildschweine, die ihre Nahrung überwiegend durch das Aufbrechen des Bodens finden, haben es bei ausgetrocknetem Boden schwerer, an Regenwürmer, Insektenlarven oder Wurzeln zu gelangen. Als Nahrungsgeneralisten weichen sie auf andere Futterquellen wie Mais aus, doch den Frischlingen fehlt dann wichtiges tierisches Eiweiß. Dies führt zu chronischer Unterernährung. Zudem trocknen durch die Hitze Suhlen aus - wichtige Wasserstellen, die zur Regulierung der Körpertemperatur und zum Schutz vor Parasiten dienen.
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Wasserversorgung unklar
Die rechtliche Situation zur Wasserversorgung für Wildtiere bleibt unklar. "Da gibt es keine klare Rechtsprechung", sagt Grüneberg. Jäger dürfen Maßnahmen ergreifen, um gesunde Wildbestände zu erhalten, doch ob Wasserbereitstellung dazu zählt, ist juristisch umstritten. Niemand kontrolliert oder ahndet dies jedoch. Es gilt als unstrittig, dass in Trockenphasen bestehende natürliche Wildtränken erhalten werden müssen.
In Rheinland-Pfalz wird die Jagd trotz Trockenheit nicht automatisch ausgesetzt. "Dennoch berücksichtigen verantwortungsbewusste Jägerinnen und Jäger die besonderen Belastungen für das Wild", betont Grüneberg. Jagdaktivitäten werden angepasst, um zusätzlichen Stress für die Tiere zu vermeiden. An verbleibenden Wasserstellen oder Suhlen wird nicht gejagt. Gleichzeitig bleibt die Bejagung des Schwarzwildes zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest notwendig. (dpa/KI/Red)
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