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Nachricht vom 09.08.2026    

Sonnenfinsternis in Rheinland-Pfalz: Fünf Tipps, um nicht im Dunkeln zu tappen

Am Mittwoch, 12. August 2026, erwartet Rheinland-Pfalz ein Himmelsschauspiel: eine partielle Sonnenfinsternis. Damit der Blick auf das Ereignis nicht getrübt wird, gibt es einige Tipps zu beachten.

Partielle Sonnenfinsternis (Foto: Axel Heimken/dpa/dpa-tmn)

Rheinland-Pfalz. Wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt, wollen viele das Himmelsschauspiel live erleben. Was Beobachter in Rheinland-Pfalz zum Ereignis am Mittwoch, 12. August 2026, wissen sollten.

Wann und wo kann ich die Sonnenfinsternis sehen?
Die partielle Sonnenfinsternis wird in Deutschland am 12. August zwischen 19 Uhr und 21 Uhr, also bis Sonnenuntergang, erwartet. Wer die Sonnenfinsternis beobachten möchte, sollte sich nach Einschätzung von Carolin Liefke von der Vereinigung der Sternenfreunde frühzeitig einen geeigneten Platz suchen. "Ganz allgemein gilt: Die Sonne steht während der Finsternis bereits tief am Westhorizont, gerade mal eine handbreit", sagt die Expertin. Deshalb sei vollkommen freie Sicht nach Westen beziehungsweise Nordwesten unabdingbar. Häuser, Bäume oder Hügel könnten den Blick leicht versperren.

Vor allem im Pfälzerwald, im Hunsrück und in der Vulkaneifel könne die Suche nach einem freien Blick schwierig werden. Dort gebe es zwar hoch gelegene Aussichtspunkte, diese dürften aber gut besucht sein. In der Rheinebene empfiehlt Liefke einen Standort möglichst nahe am Rhein, damit der Pfälzerwald die Sicht nicht verdeckt. Wer sich die Suche erleichtern möchte, könne auch astronomische Einrichtungen besuchen.

Welche Events gibt es?
Einige astronomische Einrichtungen öffnen zur Sonnenfinsternis ihre Türen. So findet bundesweit anlässlich der Sonnenfinsternis die Lange Nacht der Astronomie statt. Daran nimmt unter anderem die Sternwarte Zweibrücken teil.

Die Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz bietet einen Beobachtungsabend für die partielle Sonnenfinsternis an. Auch die Sternwarte Bad Kreuznach öffnet ab 19 Uhr.

Im Naturpark Eifel erklären sogenannte Sternenguides im Rahmen einer geführten Beobachtung in Vogelsang das Himmelsspektakel und geben Einblicke in das Sonnensystem.

An der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität gibt es in Kaiserslautern einen Vortrag und anschließend die Möglichkeit, die Sonne und auch Sternschnuppen mit einem Teleskop zu betrachten.

Projekt Ikarus n.e.V. aus Rheinbrohl lädt ebenfalls Interessierte zur Beobachtung der Sonnenfinsternis auf die Rheinbrohler Ley ein.

Was muss ich wissen, um mitreden zu können?
Sonnenfinsternisse entstehen Liefke zufolge, wenn sich der Mond von der Erde aus gesehen vor die Sonne schiebt. Weil Sonne und Mond am Himmel nahezu gleich groß erscheinen, könne der Mond die Sonne vollständig bedecken. Dann spreche man von einer totalen Sonnenfinsternis. In Deutschland ist diesmal jedoch nur eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen.



"Während sich der Mond vor die Sonne schiebt, wird mehr und mehr von der Sonne bedeckt. Zuerst sieht sie wie angeknabbert aus, dann erscheint sie als Sichel", erklärt die Expertin. Die spektakuläre Sonnenkorona bleibe dabei unsichtbar.

Weltweit gibt es nach ihren Angaben jedes Jahr zwei oder drei Sonnenfinsternisse, ganz selten auch einmal vier oder fünf. Für einen einzelnen Ort seien sie jedoch deutlich seltener, weil der Schatten des Mondes nur einen kleinen Teil der Erde treffe. Demnach wird es von Deutschland aus erst 2048 wieder eine ähnlich starke partielle Sonnenfinsternis geben. Eine totale Sonnenfinsternis, die auch von Teilen Deutschlands aus sichtbar ist, steht Liefke zufolge sogar erst 2081 wieder bevor.

Muss ich mir wirklich eine Schutzbrille kaufen?
Ja. "Während einer partiellen Phase bleibt die Sonne durchgehend so hell, dass man sie nur mit geeigneten Schutzmaßnahmen beobachten darf", sagt Liefke. Dazu gehöre eine Sonnenfinsternisbrille. "Auf keinen Fall sollte man zu Hausmittelchen wie Rettungsdecken, rußgeschwärzten Gläsern, Filmstreifen oder Schweißerbrillen greifen." Die wenigen Euro für eine geeignete Brille seien gut investiert, denn andernfalls drohten bleibende Augenschäden.

Wer noch eine Sonnenfinsternisbrille von einer früheren Finsternis besitzt, kann diese der Expertin zufolge weiterverwenden, sofern die Filterfolie unbeschädigt ist. Gerade bei der diesjährigen Finsternis rät sie dazu, die Brille dicht ans Gesicht zu drücken, damit kein Streulicht von der Seite einfällt. Wichtig sei außerdem: "Sonnenfinsternisbrillen auf keinen Fall mit Ferngläsern oder Teleskopen kombinieren" - dafür seien spezielle Filter erforderlich.
Und wenn ich nach Sonnenuntergang noch nicht genug habe?

Auf die Sonnenfinsternis folgt Liefke zufolge direkt das nächste Himmelsschauspiel. "Die Perseidennacht, in der die meisten Sternschnuppen beobachtet werden können, ist die Nacht vom 12. auf den 13. August, also unmittelbar im Anschluss an die Sonnenfinsternis." Weil gleichzeitig Neumond sei, herrschten optimale Beobachtungsbedingungen.

Für die Beobachtung empfiehlt die Expertin einen möglichst dunklen Ort außerhalb größerer Ortschaften. "Mit dem bloßen Auge sind dann circa 60 bis 70 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar." Ferngläser oder Teleskope seien dabei sogar hinderlich. Stattdessen rät Liefke zu einer Liege oder Picknickdecke - und etwas Geduld. (dpa/bearbeitet durch Red)


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