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Nachricht vom 02.08.2026    

Wölfe in Rheinland-Pfalz: Sechstes Rudel entdeckt

Das Wolfsgeschehen in Rheinland-Pfalz bleibt spannend. Mit dem Rüdesheimer Wolfsrudel aus Hessen ist nun ein sechstes Wolfsrudel auch in Rheinland-Pfalz aktiv.

Wolf. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Trippstadt/Mainz. Das Koordinationszentrum Luchs und Wolf (Kluwo) hat bestätigt, dass das Rüdesheimer Rudel im Rhein-Lahn-Kreis nachgewiesen wurde. Julian Sandrini, Leiter des Kluwo, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass Bilddaten aus den Verbandsgemeinden Bad Ems-Nassau und Loreley über mehrere Monate dieses Jahres als Grundlage dienen. Ein genetisch erfasster Wolf (GW4466m), Nachkomme des Rüdesheimer Rudels, wurde identifiziert. Aufgrund regelmäßiger Aktivitäten wird das Rudel als grenzüberschreitendes sechstes Rudel betrachtet, das teilweise in Rheinland-Pfalz unterwegs ist.

Weitere Rudel existieren in den Regionen Leuscheid, Hachenburg und Puderbach (Westerwald) sowie im Hochwald und Greifenstein (Hessen). Das Greifensteiner Rudel ist seit dem Jahreswechsel 2025/2026 bekannt. Aktuell geht das Kluwo von elf etablierten erwachsenen Wölfen aus, die ganz oder teilweise in Rheinland-Pfalz leben, plus einem Einzelwolf (GW4433m), der Gebiete in den Kreisen Bad Kreuznach, Kusel und Birkenfeld nutzt.

Gesicherte Erkenntnisse über Nachwuchs sind vorhanden. Im Leuscheider Rudel gab es dieses Jahr bestätigten Nachwuchs durch eine Fotofalle, die eine säugende Fähe zeigte. Ein diesjähriger Welpe wurde bei einem Unfall im Straßenverkehr gefunden. Auch im Hochwald-Rudel wurde eine säugende Fähe fotografisch belegt. Im Puderbacher Rudel wurden drei Welpen mittels Wildkamera nachgewiesen.



Laut Sandrini breitet sich der Wolf langsam und punktuell im Westerwald aus. "Der Wolf besiedelt Rheinland-Pfalz bisher nicht schlagartig." Eine Neugründung eines Rudels ist möglich, konkrete Daten fehlen jedoch.

Mehr Übergriffe auf Weidetiere wurden verzeichnet. Bis Anfang Juli gab es landesweit 122 gesicherte Wolfsnachweise, im Vorjahreszeitraum waren es 149. Die Zahl blieb stabil, da die Kernreviere weiterhin besetzt sind. 2024 wurden 29 Übergriffe mit 125 geschädigten Tieren gemeldet, darunter 100 Schafe oder Ziegen, 22 Stück Damwild, zwei Esel/Pferd und ein Kalb. Die Ausgleichszahlungen beliefen sich 2025 auf rund 43.000 Euro, verglichen mit fast 20.000 Euro im Vorjahr. (dpa/bearbeitet durch Red)


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