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Pressemitteilung vom 30.05.2026    

Cannabis-Boom: Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz klärt im Podcast auf

Die Verordnung von Cannabis in der ärztlichen Praxis ist ein viel diskutiertes Thema, das mit zahlreichen Unsicherheiten verbunden ist. In einer neuen Folge des Podcasts "Talk mit Doc Bartels" wird die Rolle von Cannabis in der medizinischen Versorgung beleuchtet. Experten erörtern die aktuelle Evidenzlage, rechtliche Aspekte und die Auswirkungen auf den Gesundheitsmarkt.

Dr. Andreas Bartels tauscht sich mit Prof. Dr. Kirsten Müller-Vahl zum Thema Cannabis aus. (Foto: KV RLP)

Mainz. Während die Bundesregierung neue Anpassungen des Cannabisgesetzes diskutiert, bleibt die Verordnung von Cannabis in der ärztlichen Praxis erklärungsbedürftig und teilweise umstritten. Gründe dafür sind anhaltende gesellschaftliche Debatten sowie die Sorge vor möglichen rechtlichen Konsequenzen. Die neue Podcast-Folge von "Talk mit Doc Bartels" geht daher der Frage nach, welche Rolle Cannabis in der medizinischen Versorgung einnimmt.

In der neuen Podcast-Folge spricht Dr. Andreas Bartels, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP), mit der NEurologin Prof. Dr. Kirsten Müller-Vahl über den medizinischen Nutzen von Cannabis. Denn seit der Teillegalisierung 2024 hat sich auch medizinisch einiges getan. Cannabis gilt nicht mehr als Betäubungsmittel und Ärztinnen und Ärzte können es ohne vorherige Genehmigung auf Kassenrezept verordnen.

Dennoch verändert der Boom von Telemedizin-Plattformen mit einer einfachen und schnellen Verordnung den Markt stark, und die Grenze zwischen medizinischer Anwendung und Freizeitkonsum verschwimmt zunehmend. "Das schadet der seriösen Anwendung", warnt Prof. Dr. Müller-Vahl. Auch Dr. Bartels hat seine Erfahrungen gemacht: "Als Schmerztherapeut habe auch ich Opiate eingesetzt, da, wo es notwendig war, und wurde in meiner Umgebung dann relativ schnell zum Drogenarzt".



Evidenzlücke bleibt
Trotz steigender Verordnungszahlen bleibt die wissenschaftliche Evidenzlage begrenzt. "Große Studien kosten Millionen und Cannabisproduzenten sind keine Big Pharma", erklärt Prof. Dr. Müller-Vahl im Podcast. Umso wichtiger seien ein verantwortungsvoller Umgang bei der Verordnung sowie eine sorgfältige Dokumentation, um mögliche Arzneimittelregresse zu vermeiden. Dr. Bartels mahnt: "Als KV RLP müssen wir aufklären und unsere Ärztinnen und Ärzte unterstützen." Im Mittelpunkt dieser Folge steht daher die Frage, wie klare Regeln und ärztliche Kontrolle dazu beitragen können, Missbrauch und Stigmatisierung entgegenzuwirken und Unsicherheiten im Umgang mit der Verordnung von Cannabis zu vermeiden.

Die Folge verbindet wissenschaftliche Einordnungen mit konkreten Hinweisen für Praxen und ist auf allen gängigen Plattformen verfügbar.

Ausblick: Am 26. Juni 2026 erscheint die nächste Podcast-Folge von "Talk mit Doc Bartels" zum Thema "Medizinrecht: Wie Praxen rechtliche Fallstricke vermeiden können" mit dem Mainzer Medizinrechtler Dr. Alexander Dorn. (PM/Red)


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