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Pressemitteilung vom 02.05.2026    

LUA Koblenz: Radioaktive Belastung in Wildschweinfleisch rückläufig

Auch Jahrzehnte nach der Katastrophe von Tschernobyl sind Spuren radioaktiver Belastung in Rheinland-Pfalz messbar. Besonders betroffen sind Wildschweine und Pilze, deren Kontamination jedoch rückläufig ist. Das Landesuntersuchungsamt hat aktuelle Zahlen veröffentlicht.

Foto: Pixabay

Koblenz. Selbst 40 Jahre nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl sind die Folgen hierzulande noch messbar: Das Fleisch von Wildschweinen und Pilze aus dem Wald können in Rheinland-Pfalz weiterhin radioaktiv belastet sein. Allerdings nimmt die Belastung langsam ab. Das zeigen Auswertungen des Landesuntersuchungsamtes (LUA).

Die Überprüfung von über 24.000 Datensätzen aus den Jahren 2011 bis 2024 zu erlegten Wildschweinen in Rheinland-Pfalz ergab, dass selbst der reichliche Konsum von Wildschweinfleisch im Hinblick auf die radioaktive Belastung inzwischen unbedenklich ist. Wenn sie das Fleisch erlegter Tiere vermarkten, müssen die Jäger außerdem durch Eigenkontrolluntersuchungen gewährleisten, dass sie an die Verbraucher ausschließlich sicheres Wildschweinfleisch abgeben. Ihre Produkte müssen die geltenden lebensmittelrechtlichen Vorgaben erfüllen.

Die amtliche Lebensmittelüberwachung kontrolliert darüber hinaus stichprobenartig Schwarzwildfleisch aus dem Handel, aus Gastronomiebetrieben oder spezialisierten Metzgereien. In den vergangenen zwei Jahren hat das LUA 105 Proben Schwarzwildfleisch aus Rheinland-Pfalz untersucht; dabei kam es zu keiner Überschreitung des gesetzlichen Höchstwerts von 600 Becquerel pro Kilogramm.

Auch Wildpilze können bedenkenlos gegessen werden
Wild gewachsene und gesammelte Pilze dürfen in Deutschland nicht gewerblich vermarktet werden. Sie werden deshalb in der Regel auch nicht von der amtlichen Lebensmittelüberwachung beprobt. Das LUA hat dennoch in den Jahren 2022 bis 2025 insgesamt 70 wild gesammelte Speisepilze aus Rheinland-Pfalz auf radioaktive Belastung untersucht. Die gute Nachricht: Auch hier lagen alle Messwerte deutlich unter dem Wert von 600 Becquerel pro Kilogramm.




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Wild wachsende Speisepilze können in Maßen also bedenkenlos verzehrt werden. Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) empfiehlt aufgrund der möglichen Belastung mit Cäsium-137 - aber auch mit den Schwermetallen Quecksilber und Cadmium - nicht mehr als 200 bis 250 Gramm frische Wildpilze pro Woche zu essen. Kinder sollten entsprechend ihres Körpergewichtes weniger essen.

Hintergrund
Die radioaktive Wolke, die ab dem 26. April 1986 über Europa zog, hat die Flächen der Bundesrepublik Deutschland unterschiedlich stark belastet - je nachdem, wie viel Niederschlag in den Tagen nach dem Unfall niederging. Von den damals niedergeregneten radioaktiven Isotopen ist heute nur noch das Cäsium-137 mit seiner Halbwertszeit von rund 30 Jahren relevant. Das heißt einerseits: Etwa 60 Prozent des Cäsium-137 sind bereits zerfallen; gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass die Auswirkungen des Reaktorunglücks in Jahrzehnten noch messbar sein werden. Besonders deutlich sind die Spätfolgen im Fleisch von Wildschweinen und bei gesammelten Pilzen zu sehen.

In sauren Waldböden ist radioaktives Cäsium-137 gebunden; Pilze können es von dort aufnehmen und anschließend eine Belastung aufweisen. Wildschweine wiederum wühlen als Allesfresser einen erheblichen Teil ihrer Nahrung aus dem Boden und fressen dabei neben anderen Pilzen auch die für den Menschen ungenießbaren Hirschtrüffel. Dieser unterirdisch wachsende Pilz reichert Cäsium besonders gut an. Dadurch ist die radioaktive Belastung ihres Fleisches im Gegensatz zu dem Fleisch anderer Wildtiere in einigen Regionen in Rheinland-Pfalz immer noch erhöht. (PM/Red)


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