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Pressemitteilung vom 23.03.2026    

Analyse der Wahl in Rheinland-Pfalz: SPD verliert, AfD gewinnt in allen Wahlkreisen dazu

Die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hat deutliche Verschiebungen in der politischen Landschaft des Landes offenbart. Die SPD erlebte Verluste in sämtlichen Wahlkreisen, während die AfD überall zulegen konnte. Auch die Linke gewann dazu, für die Fünfprozenthürde reichte es aber nicht.

Gordon Schnieder. (Foto: Wolfgang Tischler)

Mainz. Ein genauer Blick auf die Ergebnisse der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz verdeutlicht die drastischen Veränderungen: Laut einer Analyse des Landeswahlleiters musste die SPD bei der Wahl am Sonntag in allen 52 Wahlkreisen des Landes Einbußen bei den Zweitstimmen hinnehmen. Auch die Grünen verzeichneten Verluste in 51 der 52 Wahlkreise.

Im Gegensatz dazu konnten CDU und AfD als Gewinner aus der Wahl hervorgehen. Die CDU steigerte ihre Zweitstimmen in 48 der 52 Wahlkreise, während die AfD in allen Wahlkreisen zulegte. In 37 Wahlkreisen lag die CDU bei den Zweitstimmen vorne. Ihr bestes Ergebnis erzielte Spitzenkandidat Gordon Schnieder im Wahlkreis Vulkaneifel mit 46,5 Prozent. Das schlechteste Resultat verbuchte die CDU im Wahlkreis Mainz I mit 17,7 Prozent.

Wahlgewinner Gordon Schnieder: Der neue starke Mann der CDU
Die Christdemokraten seien lange nicht so geeint gewesen, hatte Schnieder im Wahlkampf gesagt. Der 50 Jahre alte Mann aus der Eifel war aus einem parteiinternen Machtkampf als Sieger hervor gegangen und vereinte Partei- und Fraktionsvorsitz sowie Spitzenkandidatur auf sich. Im Wahlkampf blieb er bei seinen Themen Bildung, Gesundheit und Wirtschaft. Es gab keine Überraschungen. Attacken auf die SPD überließ er seinem Generalsekretär und dem Parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktion. Und er grenzte sich deutlich von der AfD ab.

Wahlverlierer Alexander Schweitzer: Zukunft unklar
Der amtierende Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) hat im Wahlkampf alles auf eine Karte gesetzt, sprach selbst «vom Kampf seines Lebens». Der 52 Jahre alte Pfälzer wiederholte nach seiner unerwartet deutlichen Niederlage, er werde einem Kabinett unter Führung der CDU nicht mehr angehören. Ob er sein Mandat antritt und Abgeordneter bleibt, ließ der 2,06-Meter-Mann zunächst offen.

Analyse sieht auch Gründe in Rheinland-Pfalz
Die Schwäche der Bundespartei und die SPD-Niederlage in Baden-Württemberg führte Schweitzer am Wahlabend als Gründe für sein schlechtes Ergebnis an. Eine Analyse der Forschungsgruppe Wahlen hat hingegen auch in Rheinland-Pfalz Gründe für den Absturz der SPD ausgemacht. «Verantwortlich für den SPD-Einbruch sind eine schwache Regierungsbilanz, gesunkenes Parteiansehen und sachpolitische Defizite», heißt es in ihrer Untersuchung des Ergebnisses.

Aufstieg der AfD: Wahlziel erreicht
Die AfD ist in Rheinland-Pfalz ist jetzt so stark wie in keinem anderen westdeutschen Parlament. Trotz interner Streitereien, Vorwürfen zur Beschäftigung Verwandter und zwei als nicht zuverlässig eingeschätzten Mitarbeitern konnte sie ihr Ergebnis innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppeln. Ihrem Wahlziel 20 Prozent plus X ist sie sehr nah gekommen. Und sie hat genügend Sitze erreicht, um künftig Untersuchungsausschüsse auf den Weg bringen zu können.




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Die entscheidenden Wahlen für die AfD sind im September in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Dort geht es darum, ob sie erstmals an die Regierung kommt.

Auflösungsprozess der FDP geht weiter
Spitzenkandidatin Daniela Schmitt kämpfte engagiert bis zuletzt - trotz aller Umfragen, die die Regierungspartei FDP längst draußen sahen und trotz des Ergebnisses in Baden-Württemberg. In der Schlussphase verging kein Tag ohne Angriffe gegen die Bundesregierung. Doch die Liberalen - derzeit in der rheinland-pfälzischen Ampel noch mit Regierungsverantwortung - scheiterten in allen Landkreisen und kreisfreien Städten an der Fünfprozenthürde und fliegen aus dem Landtag. An einer Regierung ist die FDP bundesweit nur noch in Sachsen-Anhalt beteiligt.

Keine Chance für die Linke - und nur noch zwei Oppositionsparteien
Die Hoffnungen waren durchaus da, manche Umfragen sahen die Linke erstmals im Landtag, wenn auch knapp. Doch die Partei um Spitzenkandidatin Rebecca Ruppert hat es auch in Rheinland-Pfalz wieder nicht über die Fünf-Prozent-Hürde geschafft - das zeichnete sich nach der Baden-Württemberg-Wahl vor zwei Wochen ab, wo die Linke ebenfalls den Einzug verpasste.

Da auch die Freien Wähler im künftigen Landtag nicht mehr vertreten sein werden, schrumpft die Opposition auf zwei Parteien: Neben der AfD als Oppositionsführerin finden sich in dieser Rolle die Grünen wieder, die bislang Mitglied der Ampelregierung waren und bei der Wahl leichte Verluste hinnehmen mussten.

105 Sitze im Landtag
Die CDU stellt künftig 39 (plus 8), die SPD 32 Abgeordnete (minus 7). Die AfD kommt auf 24 Sitze (plus 15), die Grünen auf 10 (unverändert). Weil die CDU mehr Direktmandate gewann als ihr Abgeordnetensitze nach dem Ergebnis der Landesstimmen zustehen würden, wird es im neuen Landtag zwei Überhang- und zwei Ausgleichsmandate geben. Dadurch erhöht sich die Zahl der eigentlich vorgesehenen Abgeordneten von 101 auf 105.

Die Zeichen stehen auf Große Koalition
CDU und SPD werden voraussichtlich in eine Regierung eintreten - unter Führung eines Ministerpräsidenten Schnieder. Ein Novum für das Bundesland. Und nicht ganz einfach für beide Parteien, die jahrzehntelang parlamentarische Gegner waren. Die erfahrenere SPD ist nun der Junior-Partner, die unerfahrenere CDU muss führen. (dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Landtagswahl 2026  
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