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Nachricht vom 19.03.2026    

Villa Musica und Landesmusikakademie blicken auf erfolgreiche Partnerschaft zurück

Von Niklas Hövelmann

Seit nunmehr drei Jahren teilen sich die Villa Musica und die Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz die Räumlichkeiten im malerischen Schloss Engers. Bei einem Rückblick mit den Verantwortlichen beider Institutionen im Gartensaal des Barockjuwels wurde nicht nur Bilanz gezogen – auch neue Projekte wurden angekündigt.

(alle Fotos: Niklas Hövelmann)

Neuwied-Engers. Etwa drei Jahre ist es nun her, seit die Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz aufgrund chronischer Raumknappheit weitere Räumlichkeiten im Schloss Engers beziehen konnte. Möglich war dies durch die Zusammenarbeit mit der Landesstiftung Villa Musica, dem Besitzer der traditionsreichen Immobilie. In dieser kurzen Zeit ist dennoch einiges geschehen, worauf beide Parteien unlängst zurückblickten.

Alles begann vor etwa 30 Jahren mit dem Einzug der Landesstiftung Villa Musica in das schmucke Barockschloss direkt am Rhein. Die Villa Musica fördert und vergibt Stipendien an hochbegabte Musiker aus aller Welt. Insbesondere in der Welt der Kammermusik beheimatete Instrumentalisten bekommen hier die Möglichkeit, durch die Arbeit mit Vollblutprofis an ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten zu feilen.
Im Jahr 2003 bezog dann die Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz die benachbarten, ehemals zum Schloss zugehörigen Gebäude – und war seit jeher durch massiven Platzmangel geplagt.

Anders als die Villa Musica richtet sich die Akademie weniger an ein professionelles Publikum, dem der letzte Schliff zur Weltspitze verpasst werden soll, sondern vielmehr an einen breiten Pool Interessierter aus allen Alters- und Leistungsklassen. So gibt es etwa Senioren-Streichkurse, Einsteigerprogramme, aber auch Fortbildungen für etwa Musiklehrer. Das Kursangebot ist quasi unüberschaubar umfangreich. Aus diesem Grund musste die Akademie neben musikalischer auch organisatorische Kreativität beweisen, denn die vorhandenen Räumlichkeiten haben lange weder für die Ausgestaltung der Kurse noch für Konzerte und die Übernachtungen der eingebuchten Gruppen ausgereicht. So musste nicht selten in Hotels, Gaststätten, Kirchen und andere Lokalitäten ausgewichen werden. Das änderte sich vor etwa drei Jahren, als der Akademie die Möglichkeit gegeben wurde, Teile des Schlosses Engers zu beziehen.



Durch diesen Zuwachs stehen statt 30 Zimmern mit 80 Betten nun 52 Zimmer mit 140 eigenen Betten für die Gäste bereit. Und diese werden auch rege genutzt: Etwa 17.000 Übernachtungen registrierte die Landesmusikakademie im Jahr 2025 – 2019 waren es noch etwa 12.000.

Aber natürlich dient das Areal nicht nur als pompöse Gaststätte, sondern soll in erster Linie als musikalische Bühne fungieren. So finden hier jährlich ungefähr hundert Veranstaltungen statt – der Großteil im Gartensaal des Schlosses. Um ein größeres Publikum anzusprechen und vor allem, um Jüngere für die Kammermusik zu begeistern, wurde kürzlich ein Programm ins Leben gerufen, im Rahmen dessen namhafte Musiker zu Kammer- und Sprechkonzerten an Schulen reisen. Diese Maßnahme soll auch bereits Früchte tragen und auf rege Resonanz bei Schülern und Lehrern stoßen.

Am Schloss fliegen Späne
Damit die positive Entwicklung weitergehen kann, muss selbstverständlich auch in die Infrastruktur investiert werden. Gerade dafür erhielt die Stiftung Villa Musica eine Förderung von zwei Millionen Euro, 50/50 aufgeteilt zwischen Bund und Land. Von diesen zweckgebundenen Mitteln wurde bislang die Energieanlage erneuert. Die Sanierung der Maueranlage des Schlosses ist in den letzten Zügen. Die weiteren Projekte, die die Umgestaltung des Schlossplatzes und die Restaurierung der originalen Sandsteinskulpturen aus dem 18. Jahrhundert umfassen, sollen auch bald abgeschlossen sein.

Und das nächste Großvorhaben steht bereits in den Startlöchern: Für den Neuanstrich der Fassade wurde ein neuer Förderantrag in Höhe von 368.000 Euro gestellt.


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