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Nachricht vom 17.01.2026    

Nicole nörgelt . . . über Panik im Winterwonderland

Von Nicole

GLOSSE | Es ist Januar und es ist Winter. Ein ganz normales Phänomen, dass es in dieser Jahreszeit kalt und ungemütlich ist und ja, es kann sogar vorkommen, dass diese gefährlichen weißen Angreifer – auch Schneeflocken genannt – vom Himmel fallen.

(Symbolfoto)

GLOSSE! Der Winter ist eine Jahreszeit und keine nationale Krise, das sollte sich die moderne Gesellschaft vielleicht einfach mal wieder bewusst machen. Und nur weil draußen ein paar Zentimeter Schnee liegen, muss man nicht zwingend ein ganzes Land lahm legen, flächendeckend den Unterricht an Schulen absagen und eine deutschlandweite Katastrophe vorhersagen.

Raus aus der Komfortzone
Hat diese doch ach so weit entwickelte digitale Gesellschaft, deren ganzes Leben sich zwischen Online-Nachrichten, TicToc-Videos, Work-Life-Balance und Home-Office abspielt, vielleicht einfach verlernt, Probleme selbst mit gesundem Menschenverstand zu lösen? Wenn es wirklich glatt ist, wenn man morgens vor die Tür geht, dann bleibt man eben zu Hause und gut ist. Aber deswegen müssen doch nicht gleich sämtliche Schulen und KiTas geschlossen werden (was im Umkehrschluss dann heißt, dass Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen und dabei im Home-Office "arbeiten" – zwischen Frühstück machen und dem Kind beim Homeschooling helfen). Da beschweren sich Eltern lautstark im Internet, dass der Busplatz vor der Schule nicht vollständig geräumt und das Kind doch tatsächlich ausgerutscht und nass geworden ist. Welche Katastrophe! Möglicherweise war hier auch das falsche Schuhwerk schuld und kein Anderer. Die Generationen davor haben es unglaublicherweise geschafft, bei Schnee, Regen und ungemütlichem Wetter zu Fuß zur Schule zu gehen. Ja, und auch die sind nass in der Schule angekommen und leben tatsächlich immer noch.

Alle wollen Wohlstand, soziale Absicherung und immer mehr Geld verdienen. Aber niemand will etwas dafür tun oder selbst Verantwortung übernehmen. Oder liegt es nicht am Wollen, sondern vielleicht sogar am Können? Handelt es sich hier eventuell um einen Verlust von Resilienz und Eigenverantwortung durch immer weiter steigenden Wohlstand und Komfort durch vermeintliche Lösungen von KI und Technik? Kurzum um Wohlstandsverwahrlosung? Hat diese Gesellschaft durch ihre Gewöhnung an Sicherheit, Komfort und permanente Verfügbarkeit von Lösungen verlernt, Probleme selbst und mit ihrem Verstand zu lösen? Und nein, die gute Alexa spielt zwar Musik ab und zieht Rollläden hoch und runter, aber Schnee schaufeln muss man eben doch noch selbst. Und der Winter ist kein Problem, sondern schlicht und ergreifend ein natürliches, jahreszeitbedingtes Phänomen.




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Wenn es draußen schneit oder friert, muss deswegen kein ganzes Land stillstehen. Dann nimmt man sich eben die Schneeschaufel, zieht angemessene Kleidung an und räumt die Gehwege, bevor man sich auf den Weg zur Arbeit macht. Denn es gibt jede Menge Jobs in diesem Land, die man nicht aus dem Homeoffice machen kann und von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Pflegepersonal, Winterdienst, Müllabfuhr, Paketdiensten und Angestellten im Einzelhandel und der produzierenden Industrie wird nämlich auch erwartet, dass sie trotz widriger Wetterumstände ihren Weg zur Arbeit antreten. Und das Geschrei wird riesig, wenn alle diese Leute auch wegen ein bisschen Schnee einfach mal zu Hause bleiben.

Alle meckern, dass es keine weiße Weihnachten gibt, aber wehe, im Januar fällt Schnee. Dann ist der Schnee, den man vier Wochen vorher noch unbedingt haben wollte, auf einmal ganz furchtbar. Warum kann man sich nicht einfach darüber freuen, den Schlitten und die Winterklamotten aus der Ecke holen und raus an die Luft gehen? Warum muss in unserer Gesellschaft direkt alles zur Bedrohung und zu einem Riesenproblem werden?

In diesem Sinne, liebe Leser, bewegen Sie sich ein bisschen aus Ihrer Komfortzone heraus, erwarten Sie nicht, dass Internet und KI für alles Lösungen präsentieren und akzeptieren Sie den Winter als stinknormale Jahreszeit und nicht als nationale Katastrophe.

Ihre Nicole

Definition einer Glosse
Als Glosse wird ein kurzer journalistischer Text bezeichnet, in dem sich der Autor mit aktuellen Nachrichten auf satirische Art und Weise auseinandersetzt. Die Themen einer Glosse können sowohl gesellschaftlich wichtig als auch witzig oder kurios sein.


Mehr dazu:   Nicole nörgelt  
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