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Pressemitteilung vom 03.08.2024    

"Starke Kinder sagen Nein!": Stadt Neuwied setzt bei Kinder- und Jugendschutz auf Prävention

Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Gewalt und sexuellem Missbrauch. So steht es seit 30 Jahren in der UN-Kinderrechtskonvention. Trotz der bestehenden Schutzrechte ist Gewalt gegen Kinder, auch sexualisierte Gewalt, in Deutschland nach wie vor ein ernstzunehmendes Problem. In Neuwied arbeiten die städtische Jugendschutzbeauftragte und die Fachstelle Partizipation intensiv an der Verwirklichung der Kinderrechte.

(Symbolfoto, Quelle: Pixabay)

Neuwied. "Laut der polizeilichen Kriminalstatistik von 2022 werden in Deutschland jeden Tag 48 Kinder Opfer von sexueller Gewalt, mit einem deutlichen Anstieg bei den Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen im Netz. Die Dunkelziffer ist noch höher. Daher müssen wir das Problem auch in Neuwied weiterhin bearbeiten", betont Tanja Buchmann als Jugendschutzbeauftragte der Stadt.

Im Zentrum steht die Prävention: Kinder müssen ihre Rechte kennen und stark sein, aber sie können sich nicht selber schützen. Sie brauchen erwachsene Ansprechpersonen, die wissen, wie Täter agieren, welche Signale Kinder und Jugendliche aussenden und welche Wege der Hilfe es gibt. Daher sind Schutzkonzepte in Institutionen, Aufklärung des Fachpersonals, der Lehrkräfte und der Eltern sowie Präventionsangebote für Kinder enorm wichtig. "Starke Kinder sagen Nein!" lautet das Motto der rheinland-pfälzischen Woche der Kinderrechte. Auch in der Kinderfreundliche Kommune Neuwied plant das Team um Bürgermeister Peter Jung zahlreiche Aktionen zum Schutz vor sexuellem Missbrauch.

Prävention stärkt Kinder und Jugendliche in Neuwied
Die Fachstelle Partizipation fördert mit der Woche der Kinderrechte in diesem Jahr Kinderrechteprojekte zum Thema "Starke Kinder sagen Nein!". Sie unterstützt so 23 Institutionen in Neuwied, wie Kitas, Hortgruppen, inklusive Einrichtungen und Jugendorganisationen.

Der Kinder- und Jugendschutz bietet in diesem Jahr unter dem Slogan "Kinder und Jugendliche stark machen!" neun Präventionsworkshops, teils geschlechtergetrennt und für verschiedene Altersklassen, als wichtige Präventionsmaßnahmen an. Darüber hinaus wurden Fachkräfte der Kinder- und Jugendförderung im Rahmen des Safer Internet Day über Pornografie im Netz und die Rolle von KI aufgeklärt.

Schulsozialarbeiter und Lehrer der Robert-Krups-Schule informierten sich zudem beim Fachvortrag zum Thema "Sexualisierte Gewalt, ein Einblick in das Strafrecht". Die Schulsozialarbeit der Kinzing-Schule und der Robert-Krups-Schule thematisierten das Thema Cybermobbing und Cybergrooming mit dem Theaterstück "#disslike". Einmal im Jahr werden zudem Grundschulen finanziell bei der "Großen Nein Tonne" unterstützt, ebenfalls ein Kindertheaterstück zur Prävention von sexualisierter Gewalt.




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"Wir sind sehr glücklich darüber, dass so viele Institutionen die Kinderrechte im Allgemeinen und in diesem Jahr den Artikel 34 zum Thema machen," resümiert Sonja Jensen von der Fachstelle Partizipation. Bürgermeister Peter Jung lobt das Engagement aller Kooperationspartner: "Über 1000 Kinder und Jugendliche, deren Eltern und Fachpersonal können wir so gemeinsam mit der Fachstelle Kinder- und Jugendschutz aufklären und stark machen gegen sexuellen Kindesmissbrauch!"

Prävention im Schlosstheater
Das Präventionstheater "Ganz schön blöd" der Kontakt- und Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen "Zartbitter" lädt am Donnerstag, 7. November, die 3. und 4. Klassen der städtischen Grundschulen ins Schlosstheater. Das Stück stärkt mit viel Lebensfreude und Musik das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung, unterscheidet zwischen schönen und blöden Gefühlen, fördert ein gesundes Misstrauen gegenüber Grenzverletzungen und somit das Vertrauen in sich selbst. Informationen und Reservierung für Schulklassen beim Kinder- und Jugendbüro, Tel. 02631-802-170, E-Mail: kijub@neuwied.de.



Hilfe bei Verdacht auf Missbrauch
Wer Hilfe braucht, einen Fall des sexuellen Missbrauchs vermutet, selber betroffen ist oder sich allgemein beraten lassen möchte, findet qualifizierte Ansprechpersonen bei folgenden Beratungsstellen:

Heilpädagogisches Zentrum Kinderschutzdienst
www.htz-neuwied.de/kinderschutzdienst
Kinderschutzdienst Neuwied - Fachberatungsstelle für Kinder und Jugendliche mit Gewalterfahrungen, Tel. 02631/9656117
Stadtjugendamt Neuwied - Allgemeiner Sozialer Dienst
Heddesdorfer Str. 33, Neuwied, Tel. 02631/802100
Caritasverband Neuwied - Caritasverband Rhein-Wied-Sieg e.V.
Interventionsstelle gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen
Heddesdorfer Str. 5, Tel. 02631/98 75-52, interventionsstelle@caritas-neuwied.de


(PM)


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