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Nachricht vom 24.01.2022    

Goldener Windbeutel: So erkennt man schlechtes Hundefutter

Minderwertige Qualität bei Hundefutter führt nicht selten zu Erkrankungen. Häufig erkennen Hundehalter schlechte Hundenahrung nicht auf den ersten Blick, da diese durch Werbeversprechen gut getarnt ist. Wie man minderwertiges Futter vermeiden kann und was der Goldene Windbeutel damit zu tun hat, zeigt dieser Artikel.

Foto Quelle: Symbolfoto NR-Kurier

Was ist der Goldene Windbeutel?
Bei dem sogenannten Goldenen Windbeutel handelt es sich um eine Auszeichnung, die von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch vergeben wird. Hier wird jährlich ein Lebensmittel „ausgezeichnet“, bei welchem die Hersteller die Verbraucher mit irreführenden Werbeversprechen zu täuschen versuchen.

Täuschungen finden hauptsächlich durch Sinn-Umdeutungen und Wortneuschöpfungen statt, doch auch Falschinformationen werden ganz dreist nach außen gegeben. Verbraucher werden von Herstellern somit belogen und kaufen Nahrung, von der sie der Meinung sind, dass diese hochwertig sei, obwohl sie es nicht ist.

Warum ist der Goldene Windbeutel wichtig?
Der Goldene Windbeutel wurde nicht ohne Grund ins Leben gerufen. Leider werden aktuell nur Produkte, die für den menschlichen Gebrauch bestimmt sind, mit dieser Negativprämierung ausgezeichnet. Auch bei Tierfutter wäre dies sicherlich hilfreich. Denn immer mehr Hersteller von Tiernahrung geben Anlass dazu, einen genaueren Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe zu werfen und Zutaten zu hinterfragen.

Der Grund: In Hundefutter und anderer Tiernahrung sind potenziell gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe enthalten. So werden regelmäßig Schimmelpilze und schädliche Bakterien, aber auch Schwermetalle in Hundenahrung gefunden. Blei, Cadmium, Arsen und sogar Quecksilber sind leider keine Ausnahme.

Doch wie kommt es dazu, dass bei der Werbung immer mehr gelogen wird, um minderwertiges Futter zu vertreiben? Eine schlechte Qualität ist für Hersteller billiger in der Produktion. Durch die Verwendung von Streckmitteln können hohe Summen eingespart werden. So bekommen Verbraucher das vermeintlich gesunde Hundefutter für einen sehr günstigen Preis.

Ein gängiger Inhaltsstoff ist Fleisch- oder Tiermehl. Diese sind für Fleischfresser, wie Hunde es sind, unpassend. Es können neben einem allgemeinen Unwohlsein, chronische Magen-Darm-Erkrankungen und Zahnbeschwerden auftreten. Zahlreiche Recherchen im Internet und in Geschäften vor Ort haben ergeben, dass immer mehr Fleischbestandteile durch Fleisch- oder Tiermehle ersetzt werden, da diese weniger kostenintensiv sind.

Vor allem Trockenfutter wird häufig aus minderwertigen Zutaten zubereitet. So werden Fleischbrocken zu Mehl vermahlen, mit anderen Zutaten – ebenfalls in Mehlform – vermischt und bei hohem Druck und hoher Temperatur zu Pellets gepresst. Diese mit dem Extruderverfahren hergestellten Trockenfutter bergen eine große Gefahr. Während Pellets aus hochwertigem Fleisch positiv für den Hund wären, bestehen sie leider häufig aus Schlachtabfällen. Knochen, Augen, Häute, Köpfe, Federn, Blut und alles sonst, was nicht gern in Tiernahrung oder Nahrung generell gefunden wird, dient als billiger Ausgangsstoff für die Pellets – ohne dass man es mit dem bloßen Auge erkennen würde.
Auch die heutigen Trends spielen bei der Ernährung von Hunden eine erhebliche Rolle.

Immer mehr Menschen fühlen sich dem Veganismus verbunden und möchten ihren besten Freund genauso ernähren. Das schwächt das Tier und sein Immunsystem jedoch nur unnötig, sodass der Fleischfresser ohnehin ein größeres Risiko zu erkranken in sich trägt. Kommt dann zusätzlich minderwertiges Futter auf den Tisch, sind schwerwiegende Erkrankungen vorprogrammiert.

Verbraucher tragen eine gewisse Mitschuld
Es mag zwar hart klingen, doch auch der Verbraucher trägt eine Mitschuld an dem, was in der Industrie passiert. Der Trend geht immer weiter in Richtung sparen. Viele Menschen jagen Schnäppchen geradezu hinterher. Geiz ist in der heutigen Gesellschaft zu einem großen Problem geworden – auch wenn dies viele Konsumenten nicht wahrhaben wollen. Allerdings erwarten dieselben Personen gleichzeitig eine hohe Qualität. Diese wird bereits in gewissem Maße vorausgesetzt, ohne Produkte überhaupt zu hinterfragen.

Das bringt Hersteller in eine schwierige Lage: Sie wollen ihre Produkte verkaufen und müssen geringe Preise anbieten. Da eine gute Qualität bei Billigpreisen unrealistisches Wunschdenken ist, werden minderwertige Zutaten verwendet und als etwas Gutes dargestellt. Werbeversprechen werden gegeben, damit der Verbraucher zufrieden ist. Kontrolliert wird es von den meisten Menschen sowieso nicht.

Was tun gegen minderwertiges Hundefutter?
Wer sich über die negativen Auswirkungen, die minderwertiges Hundefutter auf den geliebten Vierbeiner haben kann, bewusst ist, möchte es bestimmt vermeiden. Bei anderen ist womöglich ein Grundverständnis dessen vorhanden, was gut für das Haustier ist und was nicht. Jedoch verlässt man sich blind auf die Werbung. Was kann man tun, um schlechtes Hundefutter zu vermeiden?

Im Bereich der Waren, die für Menschen vorgesehen sind, hat Foodwatch mit der Etablierung des Goldenen Windbeutels bereits den ersten Schritt getan. Allerdings ist nicht jedes Produkt, das schlecht ist, mit der Auszeichnung versehen. Daher müssen Verbraucher selbst ihre Augen offenhalten und einen genauen Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe werfen.

Gutes Hundefutter aus der Fleischsaftgarung
Gutes Hundefutter muss einen hohen Fleischanteil haben und darf kein Getreide enthalten. Findet man Zutaten, auf die man sich keinen Reim machen kann, verbirgt sich dahinter häufig etwas Schädliches und man sollte die Finger davonlassen.

Ein guter Hinweis darauf, ob eine Hundefuttersorte gesund ist oder nicht, ist die Art der Produktion. Hier unterscheidet man zwischen dem Extrusionsverfahren und der Fleischsaftgarung. Am häufigsten kommt bei Hundetrockenfutter das Extrusionsverfahren zum Einsatz. Leider birgt dies das Risiko, dass ungewollte Inhaltsstoffe, wie Tier- oder Fleischmehl ihren Weg in das Futter finden. Zudem quillt dieses Futter im Hundemagen stark auf, was nicht selten zum sogenannten Futterbauch führt und sogar in tödlichen Magendrehungen resultieren kann.

Besser ist in jedem Fall die Fleischsaftgarung: Hier wird ausschließlich Frischfleisch verwendet, welches im eigenen Saft gegart wird. Schonend bei niedrigen Temperaturen und geringem Druck entstehen so Pellets, welche gut verträglich und frei von Fleischmehlen und Co. sind. Zudem ist es empfehlenswert, nicht zum billigsten Produkt zu greifen. Besser ist es, ein paar Euro mehr für Hundefutter auszugeben, um sicherzugehen, dass es sich positiv auf den Vierbeiner auswirkt. Jedem Hundehalter sollte dies ihr Vierbeiner wert sein. (prm)



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