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Erste Stolpersteine in Puderbach verlegt
Mit den Stolpersteinen soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. In Puderbach gab es schon lange Zeit die Diskussion um die Verlegung. Jetzt wurden die ersten neun Steine verlegt.

Verlegung der ersten Steine. Fotos: NR-KurierPuderbach. Die Stolpersteine sind in der Regel kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden vorzugsweise vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in den Gehweg eingelassen.

Schon 2012 hatte sich in Puderbach eine Bürgerinitiative unter dem Motto „Stolpersteine in Puderbach – Jetzt!“ zusammengeschlossen, nachdem der Gemeinderat mehrmals ergebnislos über das Projekt debattiert hatte. Am 30. Oktober 2013 hatte der Ortsgemeinderat Puderbach dann endgültig die Verlegung der Steine abgelehnt.

Nach der Kommunalwahl 2014 hatte sich der neue Ortsgemeinderat mit den neuen Ortsbürgermeister Manfred Pees erneut mit dem Thema befasst und den Weg für die Verlegung freigemacht. Jetzt wurden die ersten neun Steine in der Mittelstraße verlegt. Die ersten Steine erinnern an die vierköpfige Familie Wolf, allesamt 1942 nach Minsk deportiert und ermordet, die Familie Bär, deportiert nach Krasnicyn und ins Ghetto Riga und ebenfalls ermordet, sowie Solomon Seligmann, der in Theresienstadt starb. Ortsbürgermeister Mandfred Pees erklärte bei der Verlegung der Steine: „Die Stolpersteine sollen das Andenken bewahren und uns mahnen, auch in einer noch so hektischen Zeit solche Gräueltaten nie wieder geschehen zu lassen.“

Rolf-Wüst vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis Neuwied war für die Verlegung nach Puderbach gekommen. Er sagte: „Es muss in vielen Menschen einen unzerstörbaren Kern geben, der sie trotz allem zur Selbstbehauptung befähigt. Die Selbstbehauptung der Opfer soll uns heute zum entschiedenen und unermüdlichen Widerstand gegen Unmenschlichkeit und gegen die Anfänge der Barbarei aus der Mitte unserer Gesellschaft heraus befähigen.“

In Puderbach soll es am Ende rund 30 Gedenktafeln in den Bürgersteigen geben. Einen Zeitplan hierfür gibt es nicht, aber die ersten Schritte sind nun gemacht. (woti)
 
Nachricht vom 23.11.2017 www.nr-kurier.de