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Nachricht vom 30.09.2014
Kultur
Udo Jürgens Geburtstagsfeier in Puderbach
Die Kleinkunstbühne im Alten Bahnhof Puderbach feierte einen ganz großen Künstler: Exakt am achtzigsten Geburtstag des Weltstars Udo Jürgens, dem 30. September, präsentierte der bekannte Westerwälder Entertainer Hugo Cheval sein Programm „80 Jahre Udo Jürgens - mehr als nur "Merci Cherie".
Hugo Cheval mit seiner Udo Jürgens Marionette im legendären weißen Bademantel. Fotos: Helmi Tischler-VenterPuderbach. Cheval bot tatsächlich wesentlich mehr als die bekannten Hits des österreichischen Musikers. Er gestaltete seinen Auftritt spannend, indem er seine Zuhörer erst ein paar Minuten warten ließ, um dann mit einer Marionette in Gestalt Udo Jürgens auf die Bühne zu kommen. Am kleinen gläsernen Flügel bewegte sich das alter Ego sehr ähnlich dem großen Vorbild, während Cheval mit einer verblüffend Udo-gleichen Stimme zu großem Orchester aus der Konserve Jürgens-Lieder zum Besten gab. Dazu erzählte er aus der Biographie des Komponisten und Sängers und nahm so das Publikum mit auf eine Zeitreise. Ein Melodienreigen aus den Gründerjahren von Udo Jürgens umfasste selten gehörte Titel wie „Bleib bis zum Frühstück“, „Sag ihr, ich lass sie grüßen“, „Was ich dir sagen will“ sowie „Und immer wieder geht die Sonne auf“. Nachdenkliche Lieder, mehr zum Zuhören als zum Mitsingen standen am Beginn des Konzerts, zum Beispiel „Jetzt oder nie“.

Hugo Cheval zitierte aus einem Buch von Udo Jürgens. Dort ist die Episode festgehalten von Großvater Heinrich Bockelmann, dem das Spiel des Mannes mit dem Fagott als Omen erschien. Die Geschichte verwandte Jürgens in dem Lied: „Hör auf den Mann mit dem Fagott!“ Der Mann mit dem Fagott hatte „Kalinka“ gespielt. So kam es, dass Udo Jürgen Bockelmann aus einer russischen Bankiersfamilie stammt. Er bekam zum Schulanfang eine Mundharmonika, studierte später in Klagenfurt und schrieb auch bereits erste Kompositionen. Er erkannte und sang: „Der Mann ist das Problem.“

1951 gründete der Musiker eine Combo, mit ihr wurde er 1953 zu Aufnahmen für das Radio zu RIAS Berlin eingeladen. Der Künstlername Udo Jürgens entstand. 1960 gewann Udo das Festival in Knokke mit dem Titel „Jenny“, 1966 den Grand Prix de la Chanson mit „Merci Cherie“. 1971 gab es Probleme wegen des von Satiriker Eckard Hachfeld getexteten Liedes „Lieb Vaterland, magst ruhig sein“. Trotz des Wirbels ließ sich der Künstler nicht verbiegen, sondern kreierte als Antwort den Song „Ich würd’ es wieder tun“. Jürgens schrieb Lieder, die nachdenklich machen wie „Ich will mit dir einen Drachen baun“, „Geradeaus“, aber auch swingende Melodien wie „Durch die Arme der Nacht“.

Nach der Scheidung von seiner Ehefrau Panja 1989 verarbeitete Udo Jürgens seine Probleme in dem Lied „Lebe wohl, mein halbes Leben“. Über Udo und die Frauen wurde in der Presse häufig geschrieben und der Sänger schrieb das Lied „Ich schrieb nie ein Lied für Karin“, vermutlich war Karin Holzapfel gemeint.

Udo Jürgens hatte Verbindungen zu internationalen Stars. Er komponierte für Shirley Bassey, spielte er mit Les Brown, Miles Davis und Gracia Patricia von Monaco wollte mit ihm eine gemeinsame Aufnahme machen. Bing Crosby nahm die amerikanische Version von „Griechischer Wein“ auf.

Die Themenvielfalt in Udos Liedern weist eine große Spannweite auf. Ein Lieblingsthema war die Sozialkritik, die im „ehrenwerten Haus“ deutlich zum Ausdruck kommt. Sogar Kinder kennen durch das Fernsehen den Titelsong „Vielen Dank für die Blumen“. Das Publikum, das überwiegend den Jahrgängen 60 plus angehörte, kam in Stimmung bei dem Liederblock im zweiten Teil des Konzerts, denn nun konnten die großen Hits mitgeklatscht und gesungen werden. Zu dem Lied „Siebzehn Jahr, blondes Haar“ holte Cheval die Marionette noch einmal auf die Bühne. Nun trug sie zur Freude der Zuschauer den legendären weißen Bademantel.

Der Entertainer fand den Altersdurchschnitt der Besucher angemessen für die Rentnerhymne „Mit 66 Jahren“, die vom Publikum ebenso mitgesungen wurde wie „Ich war noch niemals in New York“ und Udos größte Hymne „Griechischer Wein“. Die unerlässliche Zugabe erfüllte Hugo Cheval mit einem Reggae: „Die Sonne und du“. Das Geburtstagskonzert wurde vom WDR aufgezeichnet. Helmi Tischler-Venter
     
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