Werbung

Nachricht vom 03.03.2018 - 18:42 Uhr    

Theatergruppe in Irrenanstalt gelandet

Die Theatergruppe Urbach ist mit ihrem neuesten Stück „Neurosige Zeiten“ in der Irrenanstalt gelandet. Dort treffen die vier Insassen der offenen Wohngruppe mit unterschiedlichen Besuchern und Betreuern zusammen. Bei der Premiere hatten die Gäste riesigen Spaß und die zehn Akteure ernteten wiederholt Szenenapplaus.

Agnes mit Hubert. Fotos: Wolfgang Tischler

Urbach. Zum 13. Mal steht die Theatergruppe Urbach in dieser Saison auf der Bühne. Alle drei Aufführungen in der Turnhalle in Urbach sind schon ausverkauft. Neben Oberhonnefeld tritt die Truppe in diesem Jahr auch dreimal in Dierdorf-Brückrachdorf auf. Die „Urbacher Irrenanstalt“ bildet den Rahmen der lustigen und wahnwitzigen Handlung, die so einige Verwechslungen und überraschende Wendungen zu bieten hat.

Agnes Adlon, gespielt von Anke Marme, wird aufgrund ihrer Sexsucht in die Psychiatrie eingeliefert. Dort trifft sie in der offenen Wohngruppe auf Marianne (Doro Deneu), Willi (Hans Nussbaum) und Hubert (Joachim Urban). Die Charaktere der Vier könnten kaum unterschiedlicher sein. Marianne ist eine Stalkerin, die seit 15 Jahren unsterblich in den berühmten Volksmusiksänger Hardi Hammer (Martin Fleckner) verknallt ist. Der arme Willi ist sehr menschenschau und stottert bei Aufregung sehr heftig. Hubert ist der Ordnungsliebende mit Putzfimmel und ein Pedant wie er im Buche steht. Der Abstand der Stühle zum Esstisch wird mit dem Zollstock ausgemessen.

Die vier werden betreut von Dr. Dr. Ilse Schanz (Nicole Schmidt), die nicht gut gelitten ist. Als „Spieletante“ mit Waldorf-Schul-Ausbildung kommt Rahel (Svea Reusch). Bei ihr müssen die Bewohner immer sticken und basteln. Alle läuft an sich sehr gut, bis sich die Mutter von Agnes (Heike Dilthey) zu Besuch ankündigt. Agnes hat immer erzählt, dass sie in einer Villa wohnt und erfolgreich in einer Unternehmensleitung tätig ist. Jetzt bricht das Chaos aus.

Hubert muss plötzlich den Geliebten von Agnes mimen, Willi wird der Hausmeister und Marianne die Haushälterin. In der angeblich feudalen Villa gab es einen Wasserrohrbruch, deshalb musste Agnes vorübergehend in eine kleine Wohnung ziehen, die ausgerechnet in der unmittelbaren Nähe der Irrenanstalt liegt. Dann platzt auch noch Herta (Doppelbesetzung von Brigitte Himmrich oder Antje Fleckner) als Tupperwarenverkäuferin in die Szene und die ersten größeren Verwechselungen nehmen ihren Lauf und Herta wird im wahrsten Sinn des Wortes unter den Teppich gekehrt. Celile Adlon kommt das alles sehr komisch vor, aber Agnes hat immer eine Erklärung parat.

Eine große deutsche Boulevard-Zeitung kam dann noch auf die Idee, dass der Sänger Hardy seine Stalkerin Marianne besuchen soll, um daraus eine außergewöhnliche Story zu machen. Im Schlepptau die Fotografien Franzi (Doppelbesetzung von Kerstin Knop oder Irina Reusch). Die Gäste konnten live erleben, wie das Ganze völlig aus dem Ruder läuft und am Ende eine ungewöhnliche Wendung nimmt.

Auch wenn das Stück von Winnie Abel inhaltlich nicht anspruchsvoll ist, so hatten die Besucher viel Freude und genossen einen entspannten Abend. Die schauspielerische Leistung der Akteure auf der Bühne war hervorragend und wurde mehrfach mit Szenenapplaus und einem langen Schlussapplaus belohnt. (woti)

Weitere Auftritte Kultur- und Jugendzentrum Oberhonnefeld
Freitag, den 16. März 20 Uhr
Samstag, den 17. März 20 Uhr
Sonntag, den 18. März 17 Uhr

Sängerhalle Dierdorf-Brückrachdorf
Freitag, den 6. April 20 Uhr
Samstag, den 7. April 20 Uhr
Sonntag, den 8. April 17 Uhr.

---
Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Puderbach auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       
       
       
       
       
   


Kommentare zu: Theatergruppe in Irrenanstalt gelandet

Es sind leider keine Kommentare vorhanden


Aktuelle Artikel aus der Region


Erstes Oberbieberer Kartoffelfest am Tag der Deutschen Einheit

Neuwied-Oberbieber. Am Mittwoch, 3. Oktober, lädt die CDU Oberbieber von 11.00 bis 17.00 Uhr alle Bürger herzlich ein, den ...

Neue Fahrpläne: Seniorenbeirat will Verbesserungen

Neuwied. „Ältere haben besondere Bedürfnisse“, betont Beiratsvorsitzender Robert Raab. „Und die wollen wir dem Unternehmen ...

Neu ausgestattet: Stadtinformation und Stadtbücherei im Rathaus

Bad Honnef. Trotz der Nähe kann getrennt gearbeitet werden, wobei der „kleine Dienstweg“ durch die Durchgänge immer offen ...

Weltkindertag: Kinder erobern den Marktplatz in Selters

Selters. Da war aber was gebacken: Etwa 300 Kinder bevölkerten den Marktplatz in Selters, um zusammen mit ihren Eltern, ihren ...

Spielplatz Ulmenweg: Ein Bild des Jammers

Neuwied. Anwohner suchten vor Ort das Gespräch um auf die Missstände, die schon länger dort herrschen, aufmerksam zu machen. ...

Dritter Westerwälder Tourismustag in Hachenburg

Hachenburg. Aktivthemen wie Wandern und Radfahren waren die meist gefragten Themen, aber auch Fragen nach Sehenswürdigkeiten ...

Weitere Artikel


Kulturschaffende trafen sich in der Neuwieder Kulturkuppel

Neuwied. „Normalerweise mussten wir als FSJ-Einsatzstelle in der Vergangenheit nach Mainz, Speyer oder Kaiserslautern fahren. ...

Bendorfer Innenstadt: Bürger als Experten gefragt

Bendorf. Wie kann man die Aufenthaltsqualität der Innenstadt verbessern? Wie lässt sich der Bereich der Hauptstraße und der ...

Drei Mal Gold und viele knappe Entscheidungen

Anhausen. Wegen der derzeitigen starken Grippewelle fielen leider einige Athleten aus, so dass der Verein „nur“ mit 15 Startern ...

Moritz Schug zieht den Kobras den Zahn

Neuwied. Vier Tore erzielte der Neuwieder Angreifer im dritten Play-off-Viertelfinale zwischen den Bären und den Dinslakener ...

Westerwälder Literaturtage 2018: Industrie-Kultur aus allen Blickwinkeln

Altenkirchen. Als die Macher der Westerwälder Literaturtage („ww-Lit“) im Vorjahr das Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz ...

Roberto Capitoni und Freunde - Comedy vom Feinsten

Melsbach. Ortsbürgermeister Holger Klein bewies selbst Talent zum Comedian, als er bei der Begrüßung voller Häme gegen die ...

Werbung