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Nachricht vom 04.02.2018 - 01:18 Uhr    

Land fördert Entwicklung von Orchideenwiesen im Naturpark

Die Ursachen für die Gefährdung der Biodiversität sind vielfältig und reichen von der Nutzungsaufgabe von Flächen bis hin zum Klimawandel. Dies betrifft die Vielfalt innerhalb der Arten, zwischen den Arten so wie auch die Vielfalt der Ökosysteme. Im Doppelhaushalt 2017/18 wurde vom Land Rheinland-Pfalz eine neue Titelgruppe „Aktion Grün“ zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie aufgenommen.

Die Pflegemaßnahmen bei Melsbach laufen. Fotos: Naturpark

Melsbach. "Mit der Aktion Grün schaffen wir ein Netzwerk und Aktionsbündnis für die biologische Vielfalt in Rheinland-Pfalz. Ziel ist es das Artensterben zu stoppen und unserer Lebensgrundlagen zu erhalten“ erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken. Der Naturpark hat in Abstimmung mit dem Biotopbetreuer des Kreises, Günter Hahn, Projekte gemeldet, die kurzfristig umgesetzt werden konnten. Im Dezember erhielt der Naturpark den Zuwendungsbescheid zur „Entwicklung von mageren Flachland Mähwiesen als Orchideenstandorte“ in Melsbach.

„Wir können uns aufgrund der Lage im FFH-Gebiet, des Potenzials der Fläche und der Seltenheit des Biotoptyps über eine 100prozentige Förderung der Pflegemaßnahme durch das Land Rheinland-Pfalz freuen“, berichtet die Geschäftsführerin des Naturparks, Irmgard Schröer bei der Informationsveranstaltung für die Eigentümer. Die Besonderheiten des Standortes wurden in Bild und Wort von Herr Hahn begeistert erläutert.

Vor über 30 Jahren befanden sich im Projektgebiet noch bunte Wiesen und Böschungen mit vielen Schlüsselblumen, Akeleien, Glockenblumen und wilden Orchideen. Deren Samen und Knollen halten sich noch lange im Boden. So besteht die Hoffnung, dass sie nach den Entbuschungsmaßnahmen wieder aufkeimen. Die bunten Wiesen, die ohne Düngung durch Heumahd oder extensive Beweidung über Jahrhunderte entstanden sind, gibt es in dieser Form weltweit nur in Mitteleuropa. Durch die moderne Landwirtschaft und weil es kaum mehr Kleintiernutzung gibt, sind diese für die Biodiversität, Insekten und Kräuterpflanzen so wichtige Lebensräume fast verschwunden.

Nur noch in Naturschutzgebieten oder auf wenigen Wiesen des Vertragsnaturschutzes finden wir im Kreis Neuwied noch diese mageren, einstmals überall häufigen Blumenwiesen. Gegenüber im Naturschutzgebiet „Auf der Hardt“ in Altwied hat das Land Rheinland-Pfalz in den letzten zehn Jahren mit großem Erfolg und dem Engagement des Partnerbetriebes Naturschutz Kurz diese bunten und artenreichen, in Fachkreisen bezeichneten „Mageren Flachlandwiesen“ wieder herstellen können. Dieser großartige Erfolg erregt in der Fachwelt bundesweites Aufsehen. So soll es auch auf dem Goldberg wieder werden.

Mit den großflächigen Freistellungs- und Rodungsarbeiten konnte bereits in der vergangenen Woche begonnen werden. In Handarbeit, mit Motorsense und Motorsäge, werden die Flächen freigestellt und das Schnittgut entfernt. Zur Reduzierung der Stockausschläge erfolgt zunächst im Frühjahr eine Mahd der freigestellten Bereiche, die Gesamtfläche wird im Spätsommer gemäht. Die nachhaltige Folgepflege in den nächsten Jahren soll größtenteils durch eine naturschutzfachlich gestützte Beweidung in Kombination mit Mahdarbeiten erfolgen.

Bis zur Herstellung des Wiesentyps sind in den nächsten Jahren noch viele Pflegegänge erforderlich. Damit wilde Orchideen, bunte Blumen, Schmetterlinge, Eidechsen und Vögel zumindest in solchen Kleinoden überleben können, dem Insektensterben entgegen gewirkt wird und wir uns an die Schönheit der Wiesen erfreuen können, stellt die Entwicklung von mageren Flachland Mähwiesen als Orchideenstandorte ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung Biodiversität im Naturpark dar.

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