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Nachricht vom 14.01.2018 - 18:25 Uhr    

Volles Haus bei Karnevalssitzung in Kleinmaischeid

Bei ihrer ersten Sitzung der Session konnte die Karnevalsgesellschaft „Rot-Weiß“ Kleinmaischeid wieder ein rasantes Unterhaltungsprogramm mit ihren schmissigen Tanzgarden und brillanten Büttenrednern gestalten, das das Publikum bis weit nach Mitternacht am Lachen und Staunen hielt.

Fotos: Helmi Tischler-Venter

Kleinmaischeid. Eine rot-weiße Menschenmenge füllte die Bühne des Gemeinschaftshauses nach dem Einzug der Garden und des Elferrats. Dessen Präsident Martin Schmidt stimmte die Besucher zusammen mit Tochter Mareike gesanglich ein. Der Nachwuchssängerin wurde der Orden der Session verliehen, ebenso den zahlreichen Aktiven der Tanzgarden. Ihre wunderschönen Auftritte bilden das Rückgrat jeder Sitzung, wobei die Gruppe der „Minis“ laut Schmidt „das absolut Niedlichste ist, was Kleinmaischeid zu bieten hat.“ Nach ihrem bezaubernden Eiskönigin-Tanz durften die 15 Mädchen erst nach einer Zugabe von der Bühne abtreten.

Anna Kaul, die zusammen mit Yvonne Flammersfeld für die Garden verantwortlich ist, tanzt selbst bei den Senioren mit, Unterstützung erfahren die Trainerinnen durch Ranja und Petra Khalil. Wunderschöne Kostüme und eine mitreißende Choreographie präsentierte auch die 18-köpfige Kindergarde als „Pfauen auf Reisen“, die Juniorengarde stellte den „Traum einer Putzfrau“ dar, bei dem Besen und Kittel der festlichen Glitzerkleidung weichen mussten. Die Seniorengarde tanzte temporeich und akrobatisch im „Reich der Feen“. Das begeisterte Publikum forderte von allen Gruppierungen Zugaben ein.

Im Gegensatz zu den Tanzgarden leiden die „Klosterbrüder“ genau wie ihre echten Ordensbrüder unter Nachwuchsmangel. Die Herren sind nicht mehr die Gelenkigsten, daher studierte Lena Schmidt mit der Formation eine Hitparade mit Liedern der „Neuen Deutschen Welle“ ein. Ein skurriles Bild bot sich, wenn der Hüne Elmar Klein oder der stachelbärtige Rolf Reber in aufreizender Frauenkleidung über die Bühne stöckelten. Die Zuschauer hatten dank eines Teleprompters Gelegenheit zum Mitsingen zum Beispiel bei dem „Flieger-Lied“, „Skandal um Rosi“ oder Bruttosozialprodukt“.

„Spiel mir das Lied vom Tod“ kündigte eine Gruppe aus dem Wilden Westen an, die mit Taktgefühl einen Square Dance darbot. Die coolen Cowboys waren die Elferratsmitglieder Markus Weilermann, Manfred Olschewski, Frank Schumann, Rolf Reber und Christian Fuß.

In der Bütt machte die routinierte Karnevalistin Sigrid Wendt wieder einmal den Eisbrecher mit einer Tratsch-Rede über die lieben Mitmenschen. Zielscheiben ihres Spotts waren unter anderen die Herren des Elferrats, insbesondere Präsident Martin Schmidt, dem ein Stopp-Schild an der Leiter zum Verhängnis wurde, der Großmaischeider Bürgermeister Uwe Engel, der sich über eine Brücke im Kleinmaischeider Feld wunderte, der „Big Boss“ der VG, Horst Rasbach, der mit seinem Puderbacher Kollegen auf einer Besichtigungstour unterwegs war oder auch Tochter Petra Flammersfeld, die Vorsitzende des Karnevalsvereins. Wendt erntete mit dem Tratsch reichlich Lacher und Applaus.

Die nächste Tratschtante kam aus der Nachbargemeinde Isenburg: Annegret Kabelitz beschloss ganz schlau, sich nicht mehr mit dem Abnehmen verrückt zu machen sondern durch Masse die Falten von innen nach außen zu drücken. Ihre deftigen Witze, die sie allesamt mit Kleinmaischeider Namen verband, waren zwar nicht jugendfrei, aber darum umso stimmungsfördernder: zum Beispiel Kleinmaischeider Frauen in der Polizeikontrolle oder Petra Flammersfelds Probleme mit Pferdehaaren und Eiern.

Nachdem Kabelitz „einen Reißer nach dem anderen gerissen“ hatte, versuchte sich Verbandsbürgermeister Horst Rasbach trotzdem als „kleiner Poet“, der Ereignisse im Leben und Positionen der Körperteile dichterisch und philosophisch zu Gehör brachte und am Ende viel Humor und Selbstironie in die Erkenntnis legte: „Der Boss kann bloß das Arschloch sein.“

Das doppelte Birgit alias Birgit Fuß und Birgit Flammersfeld kämpfte mit den immer gleichen Frauenproblemen: Männersuche und Figur. Mit frivolem Vortrag und gesanglicher Stimmkraft überraschten die Birgits und brachten Stimmung in den Saal. Und sie kreierten einen Merksatz für alle Naschkatzen: „So lange Kakao auf den Bäumen wächst, ist Schokolade für mich Obst!“

Im Glitzerjäckchen und mit silbernem Handtäschchen bestieg Veronika Rockenfeller die Bütt und strapazierte die Lachmuskeln als alleinerziehende Tina, die Huddel hat mit Männern und Pänz. Sie trat allerdings nur auf, weil sie Geld brauchte, denn der Dschungel hatte noch nicht angerufen. Nachdem der Mann weg war, war sie mit den Kindern an der See und mit Klein-Siegfried in Koblenz bei Ikea. Überall dort kann sie sich nun nicht mehr blicken lassen. Auch ihre Erfahrungen beim Samstagsbad der Zwillinge oder beim Brokkoli-Füttern waren urkomisch.

Bürgermeister Philipp Rasbach schwang zu dem Lied „Sexy“ seine Hüfte und brachte als „Detlev mit dem weichen „D“ in einer besorgniserregend authentisch wirkenden Schwulen-Büttenrede den am Bühnenrand sitzenden Techniker Pasquale Seitz zur Verzweiflung und das Publikum zum Toben.

Das Finale gestaltete der Elferrat unter Stimmführung von Martin Schmidt als Medley mit Kölschen Liedern. Musikalisch begleitet wurden sie von der Band „California“.

Die zweite Sitzung der Karnevalsgesellschaft „Rot-Weiß“ Kleinmaischeid mit neuen Büttenrednern findet am 3. Februar statt. Am 10. Februar wird der Preiskostümball gefeiert. Nach dem Kinderkarneval am 11. Februar zieht am darauffolgenden Tag der Rosenmontagszug durch Kleinmaischeid. Am 14. Februar treffen sich alle zum „Klarschiff“ und Heringsessen. htv

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