Werbung

Nachricht vom 13.09.2017 - 11:48 Uhr    

5. „LANDreisen“-Veranstaltung fand großen Anklang

Die 5. Landreisen-Veranstaltung widmete sich dem Themenkomplex „Testament, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuung“ gemäß dem Motto „Was du heute kannst besorgen…“. Hierzu konnte die Kreisverwaltung den Geschäftsführer der Notarkammer Koblenz und Notarassessor, Dr. Andreas Schumacher als einen praxisorientierten Referenten gewinnen. Die von Achim Hallerbach, dem 1. Kreisbeigeordneten des Landkreises Neuwied und zuständigem Dezernenten für den Fachbereich Landwirtschaft, initiierte Veranstaltungsreihe Landreisen erfreut sich nachhaltiger Beliebtheit.

Von links: Thomas Ecker, Achim Hallerbach, Beate Kölb, und der Referent Dr. Andreas Schumacher.

Linkenbach. Der Außerschulische Lernort in Linkenbach war mal wieder bis auf den letzten Platz besetzt und bestätigte, das richtige Thema gewählt zu haben. In seiner Einführung hob der Achim Hallerbach die große Bedeutung einer frühzeitigen und rechtssicheren Nachlassregelung und Betreuungsverfügung für den Krankheits- und Versorgungsfall hervor. „Auch wenn man die Vorstellung gerne verdrängt, dass man seine Lebensumstände vielleicht eines Tages nicht mehr selbst bestimmen kann, sollte man Regelungen treffen, die sicherstellen, dass man die Entscheidungsgewalt über sein wirtschaftliches und ärztliches Handeln in der Hand eines vertrauten Menschen weiß, den man explizit dazu bestimmt hat“, so Achim Hallerbach.

„Mit dieser Veranstaltung möchten wir Möglichkeiten aufzeigen, den Nachlass, insbesondere den landwirtschaftlichen Betrieb, das Eigentum und das Leben im Versorgungsfalle zu regeln.“ Mit einem Zitat von Konfuzius „Wer das Morgen nicht bedenkt, wird Kummer haben, bevor das heute zu Ende geht“, leitete der Hallerbach über zu dem Referenten Dr. Andreas Schumacher, Notarassessor und Geschäftsführer der Notarkammer Koblenz.

Dieser erkundigte sich zunächst einmal bei seinen Zuhörern, wer denn schon Regelungen für den Erb- und Versorgungsfall getroffen habe. Die anteiligen Rückmeldungen aus dem Zuhörerkreis deckten sich mit wissenschaftlichen Erhebungen, die bundesweit nur eine geringe und unzureichende Verfügungsgestaltung feststellte. „Ich kann heute Abend nicht das gesamte weite Feld zu diesem Themenkomplex im Detail vorstellen. Doch ich möchte anregen, sich selbst die richtigen Fragen zu stellen, um Vorkehrungen allein oder mit notarieller Unterstützung treffen zu können“, umschrieb Dr. Schumacher die Zielvorgabe seines Vortrages.

Anhand von alltäglichen Beispielen schilderte der Rechtsexperte die Konsequenzen, die sich aus der gesetzlichen Erbfolge ergeben, wenn es der Erblasser versäumt, seinen Nachlass zu regeln. Das Publikum wurde - gemäß dem Motto: Wie würden sie entscheiden? – vor der Auflösung einer Fallkonstellation um seine rechtliche Beurteilung gebeten. Meist unterschieden sich die gesetzlichen Entscheidungen deutlich vom Rechtsbewusstsein des Zuhörerkreises. „So was wollen wir nicht!“ war aus der Zuhörerrunde zu hören. „Wenn sie vermeiden wollen, dass Nachlassgerichte über die Verteilung ihres Vermögens entscheiden und die Erben dadurch in ihrer Verfügungsgewalt über den Nachlass deutlich behindert oder sogar blockiert sind, dann sollte der Erblasser bereits frühzeitig ein Testament oder einen Erbvertrag verfassen oder verfassen lassen“, so der dringliche Rat von Dr. Schumacher.

Im Weiteren stellte der Rechtsexperte in seinem lebendigen Vortrag verschiedene Fallkonstellationen im Krankheits- und Betreuungsfalle dar. Auch hier zeigte sich, dass fehlende Verfügungen die Betroffenen der Entscheidungsgewalt des Betreuungsgerichtes ausgesetzt sind. Oftmals wurde dabei gegen den – leider nicht mehr justitiabel umsetzbaren – Willen des Kranken und seiner Angehörigen entschieden. Vorbeugend bieten sich vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten von Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsvollmacht an, um solche Situationen zu vermeiden.

„Wenn sie nichts unternehmen, werden irgendwann die Gerichte über ihr Wohlergehen entscheiden!“, lautet das Fazit von Dr. Andreas Schumacher. „Angesichts aktueller gerichtlicher Entscheidungen, die Inhalte und Form von Verfügungen kritisch überprüfen, kann nur jedem geraten werden, sich professioneller Unterstützung zu bedienen, damit man nicht dereinst sagen muss: „Hätte ich doch bloß vorher…“, gab Thomas Ecker von der Unteren Landwirtschaftsbehörde dem Zuhörerkreis in seinem Schlusswort mit auf den Weg.


Kommentare zu: 5. „LANDreisen“-Veranstaltung fand großen Anklang

Es sind leider keine Kommentare vorhanden


Aktuelle Artikel aus der Politik


ICE nach Friedrich Wilhelm Raiffeisen benennen

Kreisgebiet. Raiffeisen war ein deutscher Sozialreformer und Kommunalbeamter. Er gehört zu den Gründern der genossenschaftlichen ...

Über Angebote zur Kraftstoffvielfalt informiert

Neitersen. Hintergrund des Fachgesprächs, welches auf Vermittlung von Peter Enders zustande kam, war die Frage, inwieweit ...

Erwin Rüddel empfing Schulklasse aus Niederbieber

Neuwied. Erwin Rüddel hatte sich extra Zeit genommen, für die jungen Besucherinnen und Besucher mit ihren begleitenden Lehrkräften ...

Michael Mahlert soll erster Kreisbeigeordneter werden

Neuwied. Die Amtszeit von Achim Hallerbach (CDU) als erster Kreisbeigeordneter endet am 31. Dezember, da er am 24. September ...

Deichvorgelände: Spundwand ragt schon aus dem Wasser

Neuwied. Und so lässt sich auch die Dimension der späteren Treppe bereits erahnen. In der zweiten Novemberwoche werden die ...

Pulse of Europe Neuwied beteiligt sich an europaweiter Kundgebung

Neuwied. Die beiden Städte arbeiten im Sinne des europäischen Gedankens eng zusammen und wollen an diesem Sonntag wieder ...

Weitere Artikel


Ungenutzt Bundesmittel: Hallerbach ist auf Seite der Kommunen

Neuwied. Nach dem Eindruck des Kreisjugendamtes ist es so, dass die Kita-Träger, - und oft sind es die Kommunen als Bauträger ...

Kirmes in Roßbach steht bevor

Roßbach. Am Samstag, 23. September, 18:30 Uhr findet der Festgottesdienst mit dem Kirchenchor „Cäcilia“ Niederbreitbach statt. ...

Stadtteilgespräche Neuwied werden kreativ

Neuwied. Als Referentin konnte Dorothea Kamp gewonnen werden. Sie war 24 Jahre lang im Berufsbildungswerk Heinrich-Haus als ...

TSG Irlich verliert beim SV Leubsdorf

Neuwied/Leubsdorf. Den besseren Start in die Begegnung konnten die Gäste aus Irlich für sich verbuchen. Doch aus der spielerischen ...

Kreis und Stadtwerke Neuwied kooperieren mit Breitband

Neuwied. Diese Möglichkeit hat der Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach nun ergriffen und lässt die Räumlichkeiten der Kreisabfallwirtschaft ...

Bundestagswahl: Die Wahlkreis-Kandidaten vorgestellt

Erwin Rüddel (CDU): „Wir benötigen mehr Mittel für die Dorf- und Stadtentwicklung"

2009 und 2013 konnte sich Erwin ...

Werbung