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Nachricht vom 16.05.2017 - 12:51 Uhr    

Begleitvortrag zur Bruchhäuser-Ausstellung im Roentgen-Museum

Begleitend zur Ausstellung „Karl Bruchhäuser“, die das Roentgen-Museum Neuwied noch bis zum 4. Juni zeigt, findet am Donnerstag, 1. Juni, um 18.30 Uhr, die Vortragsveranstaltung „Die (Ohn)macht der Bilder – Möglichkeiten und Misserfolge auf dem Weg der Kunst nach 1945“ statt. Referentin ist die Kunsthistorikerin Dr. Christina Runkel-Horre aus Koblenz.

Neuwied. Das Jahr 1945. Der Krieg war vorüber und Deutschland ein Trümmerfeld. Nun galt es, neu Fuß zu fassen und nach vorn zu blicken. Sowohl für die Allgemeinheit, als auch für einzelne, speziellere Personengruppen, wie die bildenden Künstler, die sich neu finden mussten: Nicht nur in Bezug auf ihre thematische (Neu-)Ausrichtung, sondern auch hinsichtlich ihres Zusammenfindens in Verbänden und Vereinen.

Neben der Gegenüberstellung zweier verschiedener kunstpolitischer Lager, nämlich Ost- und Westdeutschland, wird der Fokus auf die hiesige Region und auf die mittelrheinischen Nachkriegskünstler gelegt. Wie vielschichtig die einzelnen Interessen und verarbeiteten Themen in unserer heimatlichen Umgebung der Nachkriegsjahre künstlerisch behandelt wurden, ist dabei eminent. Auch die Entwicklung in den Folgejahrzehnten ließ ähnlich breitgefächerte Tendenzen vermuten, wenn auch ein klarer Sieger aus dem Kampf um Anerkennung und Gehör hervorging: die Abstraktion.

Wie einzelne Künstler auf diesen Erfolgszug der ‚Massenkunst‘ aufsprangen und wie andere sich dem zum Trotz für Seitenpfade entschieden, Misserfolge dabei in Kauf nehmend, stellt ein weiteres großes Themenfeld dieser Jahre dar. Auf diesen Seitenpfaden, die malerisch gegenständlich und figürlich waren, galt es, mit Geduld und Standhaftigkeit sein künstlerisches Ziel zu finden. Beide „Fronten“ - Abstraktion und Gegenständlichkeit in ihren jeweils unterschiedlichen Ausformulierungen - bildeten in den Nachkriegsjahrzehnten einen Konflikt, der einmal mehr aufzeigt, wie mächtig die ‚Debatte Bild‘ bis in die heutige Zeit ist, wie manche Kunst in ihrer Rezeption aber gleichzeitig ohnmächtig wird.

Die Besucher des Vortrages haben die Gelegenheit zur Besichtigung der Ausstellung „Karl Bruchhäuser“.


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