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Kirche 1914: „Mit Gott in den heiligen Krieg“

Im Gemeindehaus der evangelischen Kirche in der Pfarrer-Köhler-Straße trafen sich die Mitglieder des Kirchbauvereins Oberbieber zu ihrer Jahreshauptversammlung. Eingeladen hatte man diesmal den Landeskirchlichen Oberarchivrat Dr. Andreas Metzing von der Evangelischen Archivstelle Boppard und der schockte mit seinem Vortrag „die evangelische Kirche im 1. Weltkrieg“.
Kirche 1914: „Mit Gott in den heiligen Krieg“

Blick in die Versammlung während des Vortrags von Dr. Andreas Metzing und der Vortragende mit dem Vorsitzenden Klaus Pinkemeyer (links). Fotos: Hans Hartenfels

Neuwied-Oberbieber. Fassungslos musste man hören, dass die Kirche sich 1914 das Motto gab „Mit Gott in den heiligen Krieg“ und dass man den Krieg als notwendig ansah. In den Gottesdiensten verzeichnete man zu dieser Zeit bis zu 200 Besucher (eine Zahl, von der man heute nur träumen kann und die allenfalls in der Christmette erreicht wird), was auch damit zusammenhing, dass die Bevölkerung seelischen Beistand suchte und die Pfarrer den Krieg positiv plakatierten. Dies war allerdings nicht nur auf Deutschland beschränkt, dozierte Dr. Metzing, sondern ein Gesamteuropäisches Phänomen.

Die Zuhörer waren jedenfalls konsterniert und brauchten eine Zeit, um sich von diesen „Tatsachen“ zu erholen. Im Verlauf der Tagesordnung berichtete Vorsitzender Klaus Pinkemeyer dann von den Aktivitäten in 2015, wo man eine Lesung mit Herbert Kutscher aus Werken von Erich Kästner, ein Konzert mit der Gesangsgruppe „Unerhört“, einen Bücherbasar, einen Vortrag von Hans-Joachim Feix und eine Fahrt nach Schwarz-Rheindorf anbot. In 2016 plant der Verein ein Konzert mit den drei Oberbieberer Chören am 11. Dezember, erneut einen Bücherbasar und auch wieder eine Besichtigungsfahrt, wahrscheinlich in naheliegende Kirchen.

Schatzmeister Günter Pfefferkorn berichtete bei derzeit 45 Mitgliedern von einem beruhigenden Kassenbestand, den die Kassenprüfer Ute Herzog und Hansjürgen Klein bestätigten und mit Entlastung des Vorstands honorierten. Immer noch unter dem Eindruck des Vortrags von Dr. Metzing fand die gut besuchte Versammlung dann doch noch ein harmonisches Ende im Schatten der Kirche, deren Erhalt man sich auf das Panier geschrieben hat. Hans Hartenfels
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Kommentare zu "Kirche 1914: „Mit Gott in den heiligen Krieg“"

1 Kommentar

Einst von Geburt an Mitglied der evangelische Kirche bin ich entsetzt, dass ein derartiges Motto " Mit Gott in den heiligen Krieg" überhaupt Eingang ins Internet findet.
Zuerst habe ich das für Ironie gehalten. Es gibt keinen Heiligen Krieg. Krieg ist Mord und keine Religion sollte das auch nur ironisch ansprechen. Ich fühle mich in meinem Atheismus bestätigt.
#1 von Parhar Hannelore, am 14.02.2016 um 22:02 Uhr
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