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Nachricht vom 25.10.2012 - 17:18 Uhr    

Biogasanlage Anhausen räumt Verschmutzung ein

Bioenergie Kirchspiel Anhausen bedauert außerordentlich die Verschmutzung des Burbaches. Weiterer Ortstermin mit Behörden am morgigen Freitag (26.10.). Sofortmaßnahmen werden nach Genehmigung unmittelbar umgesetzt.

Der Burbach ist ökologisch tot. Foto: Wolfgang Tischler

Anhausen. Die nachfolgende Erklärung des Betreibers der Biogasanlage, der Bioenergie Anhausen GmbH & Co. KG, erreichte am Donnerstagnachmittag (25.10.) unsere Redaktion: „Seit Anfang Oktober ist eine Verschmutzung des Burbaches in Thalhausen festzustellen, dessen Quelle etwa 300 Meter unterhalb der Biogasanlage Anhausen liegt. Die Verschmutzung ist offenbar auf biologische Belastungen zurückzuführen, die unter anderem den Sauerstoffgehalt des Baches stark abgesenkt haben.

Als Betreiber der Biogasanlage Anhausen haben wir sofort, nachdem wir Kenntnis hatten von der Verunreinigung und der Vermutung, dass diese aus der Biogasanlage stammen könnte, die Anlage so abgeriegelt, dass seit dem 4. Oktober keinerlei Wasser mehr aus der Anlage austreten kann. Auch alles Regenwasser wird seitdem vorsorglich in den Gülletank der Anlage eingeleitet.

Wir haben seither intensiv mit allen Behörden und mit anderen Stellen zusammengearbeitet, um die Quelle der Verschmutzung und den möglichen Hergang der Verunreinigung zu identifizieren. Ein erster Ortstermin unter anderem mit der Unteren Naturschutzbehörde fand bereits am Montag, 8. Oktober in unserer Anlage statt. Bei einem weiteren Ortstermin am 12. Oktober 2012 haben wir gemeinsam mit Genehmigungsbehörden, dem Verbandsgemeindewerk und dem Bürgermeister von Thalhausen eine Reihe von Optimierungsmaßnahmen für die Anlage vereinbart.

So soll zusätzlich zu den vorhandenen getrennten Abwassersystemen eine Rinne quer über den Hof der Anlage gebaut werden, die sämtliche Wässer vom Vorplatz der Silagen und aus dem Bereich der Anlagen-Befüllung auffängt und in den vorhandenen Gülletank leitet. Außerdem werden zusätzliche Kantsteine am Hofrand abfließendes Regenwasser auffangen, damit es nicht in den angrenzenden Hang fließen kann. Die Aufträge für die Ausarbeitung der Sofortmaßnahmen haben wir noch am selben Tag erteilt und danach eng mit den Behörden abgestimmt.

Wir legen Wert auf größtmögliche Transparenz. So haben wir am 20.Oktober den Bürgermeister und zahlreiche Gemeindevertreter sowie Betroffene aus Thalhausen auf unsere Anlage eingeladen. Dabei haben wir die Anlagenbestandteile und die Verfahrensschritte erläutert und uns allen Fragen und Diskussionen gestellt.

Unsere Planungen für Sofortmaßnahmen sind nun so weit fertig gestellt, dass wir sie bei einem weiteren Ortstermin am morgigen Freitag, 26. Oktober, mit der Genehmigungsbehörde erörtern werden. Sobald die Behörde grünes Licht gibt, werden die Maßnahmen unverzüglich umgesetzt.

Ein weiterer Punkt der Erörterung wird die Frage des genauen Hergangs der Verunreinigung sein. Aufgrund der chemischen Analysewerte besteht unserer Einschätzung nach kein Zweifel mehr daran, dass tatsächlich die Biogasanlage die Quelle ist. Aufgrund der bisherigen Kenntnisse des Herganges und aufgrund der ergriffenen zusätzlichen Sofortmaßnahmen schließen wir allerdings aus, dass sich ein solcher Vorfall wiederholt und künftig verunreinigtes Regenwasser auf diese Weise ins Erdreich gelangen kann.

Dennoch ist festzuhalten, dass biologische Schadstoffe leider ins Erdreich gelangt sind, von dort aus den Bach erreicht haben und sich noch immer im Erdreich unterhalb der Biogasanlage befinden. Leider werden sie nur durch natürlichen mikrobiellen Abbau und durch weiteres allmähliches Auswaschen aus dem Erdreich zu beseitigen sein.

Da weiterer Zulauf von Wasser aus der Biogasanlage ins Erdreich, ob belastet oder unbelastet, seit dem 4. Oktober 2012 vollständig ausgeschlossen ist, wäre zu erwarten, dass die gemessene Belastung im Burbach nach und nach absinkt. Das ist gegenwärtig jedoch nicht im zu erwartenden Maß der Fall. Deshalb haben wir als Betreiber der Anlage gestern eine geologische Untersuchung in Auftrag gegeben, um die Wirkweisen der Stoffe im Boden und ihren Ausbreitungsweg analysieren zu lassen. Dabei geht es zum einen um eine weitere Gefährdungsabschätzung, zum anderen erhoffen wir uns davon Hinweise, welche Maßnahmen wir gegebenenfalls noch ergreifen können, um die Bodenbelastung und damit die Belastung des Burbaches schneller verringern zu können. Ergebnisse des Gutachtens werden wir unmittelbar und unverzüglich mit den Behörden erörtern.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass wir als Betreiber einer Anlage, die ökologischen Zielen dient, die Energiewende voranbringen soll und ein Modellprojekt in der Form umfassender Bürgerbeteiligung darstellt, die vorgefallene Verschmutzung des Baches außerordentlich bedauern. Die Vorgänge und ihre Auswirkungen sind vollständig konträr zu den Zielen, die wir mit der Anlage und mit unserer gesamten Geschäftspolitik verfolgen.

Selbstverständlich werden wir uns nach Kräften daran beteiligen, die Schäden zu beseitigen und gegebenenfalls auszugleichen.“


Kommentare zu: Biogasanlage Anhausen räumt Verschmutzung ein

2 Kommentare

Es bleibt die Frage, wie so etwas erst passieren konnte! Alle Maßnahmen die jetzt ergriffen werden, hätten vor!!! Inbetriebnahme der Anlage passieren müssen. Wieso ist das nicht geschehen???
#2 von judith michaela, am 26.10.2012 um 12:31 Uhr
Betrieb einer Biogasanlage = Perversion. Lebensmittelvernichtung, Vermaisung der Landschaft, Überdüngung der Anbauflächen und Schädigung des Grundwassers. In den Anlagen verschmelzen Bakterien miteinander, es entstehen Mutierungen die es zuvor nicht gab und diese werden als Düngemittel auf die Äcker gebracht. Selbst wenn wir die gesamte deutsche Lebensmittelproduktion in die Biogasanlagen werfen, wird dadurch das Energieproblem nicht gelöst. Die Anzahl der Biogasanlagen steigt und damit der Flächenbedarf zum Anbau von Energiepflanzen sowie für die Verbringung der Gärreste. Jede dritte in Niedersachsen wachsende Maispflanze landet in einer Biogasanlage. Die Flächennachfrage steigt, zwangsläufig verkleinert sich die Fläche für die Produktion von Lebensmitteln. Die benötigte Energiemenge wird trotzdem nicht beschafft. In der dritten Welt und hier steigen die Lebensmittelpreise. Betrieb einer Biogasanlage ist unmoralisch.
http://www.juergenkeitel.homepage.t-online.de/xbiogas.htm

#1 von Jürgen Keitel, am 26.10.2012 um 12:05 Uhr

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