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Neuwieder Bären feiern Schützenfest gegen Netphen

EHC schießt sich mit 15:5-Erfolg auf den vierten Tabellenplatz - Bernd Arnold setzt vier Sturmreihen ein - Gastgeber erzielen sechs Tore in vier Minuten

Neuwied. Eigentlich ist ja gerade Karneval im Rheinland – der EHC Neuwied feierte dennoch ein Schützenfest am Sonntagabend (12.2.) in der heimischen Bärenhöhle: Die Deichstädter schlugen den Oberligavertreter EHC Netphen mit 15:5 (3:0, 7:1, 5:4) und kletterten damit in der Oberliga-Aufstiegsrunde auf den vierten Tabellenplatz – obwohl man noch ein Spiel weniger ausgetragen hat als der Rest der Liga.
Neuwieder Bären feiern Schützenfest gegen Netphen

Das Foto zeigt EHC-Stürmer Marc Blumenhofen (hinten) beim Heimsieg am Sonntagabend. Foto: Reimund Schuster.

„Wir haben heute das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte EHC-Trainer Bernd Arnold. Seine Mannschaft hatte nach dem 3:4 nach Verlängerung in Grefrath die passende Antwort auf dem Eis gegeben.

Die Gastgeber mussten zwar erneut auf den noch gesperrten Kapitän Stephan Petry verzichten, konnten aber dennoch mit vier Sturmreihen auflaufen. Mit Florian Lüsch, Niclas Solder und Jörg Noack liefen erneut drei Akteure des DNL-Teams der Kölner Haie im EHC-Trikot auf – gemeinsam bildeten sie die vierte Sturmreihe.

Die Tore machten jedoch zunächst die arrivierten Neuwieder Spieler: Philipp Büermann brachte den EHC bereits nach drei Minuten in Führung, Andrew Stevenson (10.) und Alexander Bill (14.) erhöhte noch im ersten Spielabschnitt auf 3:0. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt war ein Klassenunterschied zwischen beiden Teams erkennbar.

Netphen, mit nur zwölf Feldspielern auf dem Spielberichtsbogen angetreten, dezimierte sich in der Folge selbst. Zwar konnte Michal Kousek nach 24 Minuten in Überzahl zunächst auf 1:3 verkürzen, dann aber leistete sich Netphens Kim Weil einen Stockstich gegen einen Neuwieder Spieler. Weil wurde mit einer Matchstrafe vorzeitig zum Duschen geschickt, die fünfminütige Überzahl nutzten die Deichstädter zu gleich vier Treffern: Willi Hamann (33.), Stefan Kaltenborn (33.), DNL-Spieler Jörg Noack (35.) und Christian Czaika (35.) erhöhten auf 7:1.

„Wir haben heute erstmals mit vier Sturmreihen agiert, wollten mit hohem Tempo und viel Druck agieren. Das ist uns prima gelungen“, freute sich Arnold. „Wir haben uns auch den Luxus geleistet, gar nicht mit den Überzahlblöcken zu spielen, sondern einfach die Sturmreihen durchzuwechseln. Wenn dann auch unser Kölner Block noch Tore schießt, dann ist das genau das, was wir uns erhofft haben.“

Doch der Torhunger der Bären, die in dieser Phase sechs Treffer in vier Minuten erzielten, war noch lange nicht gestillt. Philipp Büermann (36. und 40.) und Christian Czaika machten das Ergebnis noch im zweiten Drittel zweistellig. Zu viel für Netphens Stürmer Rene Sting, der – als beide Teams schon für die Drittelpause vom Eis gefahren waren – gleich mehrfach wild gestikulierend auf die Unparteiischen zufuhr und dafür eine Spieldauerdisziplinarstrafe kassierte.

Dass die Gäste trotzdem noch zu weiteren Treffern kamen, hatten sie vor allem zahlreichen Überzahlsituationen im dritten Drittel zu verdanken. Vier der insgesamt fünf Gästetore fielen in numerischer Überzahl – zwei Mal traf alleine der Ex-Neuwieder Patrick Morys (46. und 51.) ins Netz, dazu traf auch Andre Bruch im Doppelpack (53. und 60.).

Da aber auch die Bären noch fünf Mal einnetzten, ging auch dieser letzte Spielabschnitt an die Neuwieder. Slawomir Kiedewicz (44.), Ernst Reschetnikow (54. und 57.), Willi Hamann in Unterzahl (55.) und Junghai Niclas Solder (58.) sorgten für den 15:5-Endstand.

„Es heute mal mit vier Sturmreihen zu versuchen war ein Test, der sehr gut gelungen ist“, freute sich Arnold. „Unsere Stammkräfte haben sofort akzeptiert, dass sie dadurch weniger Eiszeit haben. Wenn dann ein Spieler wie Kai Kühlem nach dem Wechsel zu mir kommt und sagt, dass es einfach nur Spaß macht, mit den Jungs auf dem Eis zu stehen, dann ist das doch ein tolles Lob.“

Die Lorbeeren gab DNL-Spieler Florian Lüsch gerne zurück: „Wir sind hier wirklich super aufgenommen worden von den Spielern, vom Trainer und auch von den Fans. Natürlich ist es toll, in Köln zu spielen. Es macht uns aber auch riesig Spaß, hier zu spielen.“ Was man in Netphen wohl so nicht unterschreiben würde: EHC-Trainer Reinhard Bruch erschien trotz entsprechender Absprache nicht zur Pressekonferenz nach dem Spiel im Neuwieder VIP-Raum.

Statistik
EHC Neuwied – EHC Netphen 15:5 (3:0, 7:1, 5:4)
Tore: 1:0 Büermann (3.), 2:0 Stevenson (10.), 3:0 Bill (14.), 3:1 Kousek (24.), 4:1 Hamann (33.), 5:1 Kaltenborn (33.), 6:1 Noack (35.), 7:1 C. Czaika (35.), 8:1 Büermann (36.), 9:1 C. Czaika (37.), 10:1 Büermann (40.), 11:1 Kiedewicz (44.), 11:2 Morys (46.), 11:3 Morys (51.), 11:4 Bruch (53.), 12:4 Reschetnikow (54.), 13:4 Hamann (55.), 14:4 Reschetnikow (57.), 15:4 Solder (58.), 15:5 Bruch (60.).
Zuschauer: 597.
Strafen: Neuwied 22 – Netphen 41 plus Matchstrafe für Kim Weil (Stockstich) plus Spieldauerstrafe für Rene Sting (Reklamieren).
Nächste Aufgabe für den EHC Neuwied: Sonntag, 19. Februar, 19 Uhr, in Neuwied gegen Darmstadt.

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